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Gehfußballer überraschen Frankfurter: SV Buchenberg als Eintracht-Besieger

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Die Kicker des SV Buchenberg besiegen Eintracht Frankfurt. Doch, das geht. Aber nur im Gehfußball. Dieses Spiel war ein Programmteil der Einweihungsfeier für die neue Flutlichtanlage.

Zweikampf im Fußball
Fußball zum Tag des Lichts in Buchenberg: Die Auswahlmannschaft, hier mit Till Buckert (vorn) und Florian Heine, gewann gegen das FFH-Team . © bb

Buchenberg – Neben einer Feierstunde mit Vertretern aus Politik und des Hessischen Fußballverbandes stand der Fußball bei diesem Day-of-light-Fest im Mittelpunkt. In einer weiteren Begegnung traten eine Mannschaft des Radiosenders FFH und ein Team mit heimischen Kickern gegeneinander an.

Außerdem schlug die FFH-Fußballschule in Buchenberg ihre Zelte auf. Dabei boten zehn Trainer rund 80 Nachwuchskicker einige unterhaltsame und lehrreiche Ballstunden. Eine Mannschaft für eine Auswahl zusammenzurufen ist in Corona-Zeiten nicht so einfach.

Spieler sollte Verbindung nach Buchenberg haben

Er habe einige Absagen erhalten, auch kurzfristige, sagt der SVB-Vorsitzende Bernd Backhaus. Er hatte ein Auswahlkriterium gesetzt: „Jeder Spieler sollte irgendeine Verbindung nach Buchenberg haben.“

Es wurde aber doch noch eine schlagkräftige Truppe, die der Betriebself des Radiosenders beim 7:2 (5:0) keine Siegchance ließ, obwohl sie in Markus Husterer sogar einen ehemaligen Fußballprofi (zwei Bundesligaspiele für den VfB Stuttgart) in ihren Reihen hatten.

Überraschungsgast André Schubert

Doch wohl dem, der einen Florian Heine in seinem Team hat, denn der Willinger Stürmer schnürte bereits in der ersten Halbzeit einen Viererpack und Till Buckert, Peer Ehringhausen (beide SV Fürstenberg) und der B-Jugendliche Paul Döge (JSG Edersee) erzielten die weiteren Tore für Auswahl, die von Janik Backhaus und vom „Überraschungsgast“ Andre Schubert betreut wurde.

Der aus Kassel stammende Bundesligatrainer, der momentan keinen Verein betreut, hat gute Kontakt zur Familie Backhaus, die während seiner Zeit als Bezirksauswahltrainer entstanden sind. „Ich habe André immer mal wieder als Trainer vertreten, wenn er nicht konnte“, erzählt Bernd Backhaus, dessen Sohn Janik der Torwart dieser Auswahl war.

Und Schubert entdeckte beim Day of Light in Buchenberg sogar etwas Neues im Fußball: „Ich muss gestehen, dass ich vorher noch nie etwas vom Gehfußball gehört hatte“, sagte der Coach, der unter anderem schon bei Borussia Mönchengladbach, dem FC St. Pauli und bis vor wenigen Wochen noch beim jetzigen Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt als Trainer gearbeitet hat.

Schubert schaute sich das Spiel der Buchenberger gegen die Frankfurter an und er ist davon überzeugt, dass es für ältere, gesundheitlich beeinträchtigte Spieler durchaus eine Alternative zum Lauffußball sein könne.

Zweikamof Fußball
Zwei gegen Einen: Das neu gegründete Gehfußball-Team des SV Buchenberg, hier mit Mario Amert (links), Karsten Brussmann und im Hintergrund Bernd Backhaus, überraschte Eintracht Frankfurt mit einer Niederlage. © bb

Tobolliks Einladung als Motivationsschub

Diese Überzeugungsarbeit leisteten auch beide Mannschaften für die rund 500 Zuschauer. Während die Bucherberger gemeinsam mit den Lichtenfelser Kickern erst vor Kurzem eine Gehfußballmannschaft gegründet haben, ist Frankfurt hier schon einige Schritte weiter.

Das Eintracht-Team trainiere zweimal pro Woche, erzählt Backhaus, der selbst ein Gehfußballer geworden ist. Und nicht irgendjemand trainiert dieses Team, sondern die ehemaligen Eintracht-Profis Norbert Nachweih und Cezary Tobollik sowie Caja Zoren. Während Nachtweih nicht wie ursprünglich geplant, mit in Buchenberg war, weil ihn Corona erwischt hat, ließ sich der ehemalige polnische Nationalspieler Tobollik im Gespräch mit Backhaus gleich auf einen kleinen verbalen Schlagabtausch neben dem Rasen ein: „Wenn ihr gewinnt, laden wir euch zu einem Spiel in der Frankfurter Arena ein.“

Besser kann man einen Gegner wohl nicht motivieren. Und auch die Eintracht-Trainerin Caja Zoren scheint den Buchenberger Schritttempokickern bei ihrem Besuch mit Trainingseinheit im März schon sehr viel über diese langsame Art des Fußballs beigebracht zu haben, denn sie boten der Eintracht eine ausgeglichene Kleinfeldpartie, die nach zweimal 15 Minuten 4:4 stand.

Nur Marco Amert trifft das leere Tor

Kein Sieben-, kein Elf- sondern ein 21-Meter-Schießen musste über Sieg und Niederlage entscheiden. Dabei visiert der Schütze das leere Tor (drei Meter lang, ein Meter hoch) an. Die Tore hatte Backhaus extra bei der Eintracht aus Frankfurt abgeholt und gestern wieder zurückgebracht. „Wir suchen noch einen Sponsor für Gehfußballtore“, sagt der SVB-Vorsitzende und fügt hinzu, „wir könnten sie dann auch an andere Vereine ausleihen“.

Das eigene Alu-Gestänge brachte den drei Frankfurter Schützen aber kein Glück, denn keiner von ihnen trat den Ball beim 21-Meter-Schießen ins Netz, aber ein Buchenberger: Marco Amert traf in den leeren Kasten.

Und damit war der überraschende 5:4-Sieg der Buchenberger Stehkicker perfekt – und eine Reise nach Frankfurt. ( rsm)

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