Rückkehr in die Fußball-Gruppenliga

TSV Altenlotheim steigt mit  „Wir-Gefühl“ auf

TSV Altenlotheim steigt mit  „Wir-Gefühl“ auf
+
Gruppenligaaufsteiger TSV Altenlotheim, hintere Reihe von links: Spielertrainer Robin Wissemann, Nico Backhaus, Patrick Wissemann, Nico Wolf, Patrick Henricy, Kevin Uebe, Michael Seibert, Johann Nagel, Torben Garthe, Johannes Bremmer; mittlere Reihe: Torwarttrainer Mario Knoche, Betreuer Stephen Garthe, Benjamin Tonner, Nils Backhaus, Maximilian Huthwelker, Tim Garthe, Pascal Ohm, Markus Kisjuhas, Kai Bremmer, Sebastian Wolf, Marc-Andre Garthe, Philipp Koch, Sven Wissemann, die Betreuer Sven Klinge und Matthias Grass; vordere Reihe: Vincent Nagel, Levin Tausch, Dominik Finke, Mirko Ohnesorge, Dennis Mattersberger, Tobias Knoche, Niklas Bräutigam, Yannik Leisner, Tim Germeroth. Wegen Corona war kein Jubelfoto möglich, dieses Bild wurde vor der Saison aufgenommen. Foto: PR

Glückwünsche zum Meistertitel in der Fußball-Kreisoberliga Waldeck wollen Robin Wissemann und Kai Bremmer noch nicht entgegennehmen.

Altenlotheim – „Erst wenn wir es schwarz auf weiß haben“, sagt Bremmer und weist auf den noch ausstehenden virtuellen Verbandstag des Hessischen Fußballverbandes (13. oder 20. Juni) hin. Doch schon jetzt ist sicher, dass der TSV Altenlotheim als Tabellenerster in der neuen Saison in der Gruppenliga spielen wird.

Mit dem Aufstieg hat sich Altenlotheim im 100. Jahr seines Bestehens selbst sein größtes Geschenk gemacht. Zum souveränem Triumph trug Bremmer nicht unerheblich bei, mit seinen 29 Treffern sitzt er auch auf dem Thron des Ligatorschützenkönigs. Außerdem ist er noch Vorsitzender und Sportlicher Leiter des TSV.

Zweiter Erfolgsgarant des TSV war der vor der Saison vom FC Ederbergland als Spielertrainer zurückgekehrte Hessenligakicker Robin Wissemann, der mit zwölf Toren zweitbester Schütze des Tabellenführers war, sodass er und Bremmer fast 60 Prozent aller Altenlotheimer Treffer erzielten. „Wir standen schon länger in Kontakt und wussten, dass Robin durch seine Polizeischulung nicht mehr diesen großen Aufwand betreiben konnte und haben ihn dann angesprochen. Er war sofort Feuer und Flamme. Diese Personalie hat dann bei uns einiges ins Rollen gebracht“, lobt Bremmer den 27-Jährigen.

Ein Duo mit fast 60 Prozent aller Treffer

Der gebürtige Altenlotheimer, der auch in seinem Heimatort wohnt, will aber keinen von seinen Spielern extra hervorheben. „Ich war beeindruckt vom Zuspruch. Ich habe Freunde in der Mannschaft und im Ort und alle haben alles getan, um mich zu unterstützen. Da ist ein richtiges Wir-Gefühl entstanden. Da waren Kumpels, die zwei Jahre nicht mehr da waren und plötzlich standen sie auf dem Platz und wir konnten auf einer Erfolgswelle reiten“, freut sich der Spielertrainer. Mit 69 Toren stellte der Spitzenreiter nicht nur den besten Angriff, sondern mit 18 Gegentreffern auch die beste Abwehr der Liga.

Mit der eindrucksvollen Bilanz von 14 Siegen, drei Remis und keiner Niederlage verwies der TSV in der Tabelle die ebenfalls ungeschlagene SG Höringhausen/Meineringhausen auf Platz zwei. Gegen diese (2:2 auswärts) und gegen die SG Adorf/Vasbeck (2:2, zu Hause, 4:4 auswärts) kam Altenlotheim nicht über ein Remis hinaus.

Als Höhepunkte der Saison zählt Wissemann die 3:1-Erfolge gegen den drittplatzierten TSV/FC Korbach und im Derby bei der elftplatzierten FSG Ederbringhausen/Buchenberg vor vielen mitgereisten Fans sowie den 10:1-Kantersieg beim Siebten TuS Bad Arolsen (10:1) auf, während Bremmer „das Gesamtpaket“ als herausragend ansieht. „Die Mannschaft hat für den Erfolg hart gearbeitet und fährt jetzt den Lohn dafür ein“, freut er sich.

Wissemann fügt hinzu, dass es beim FC Ederbergland oder dem OSC Vellmar, wo er auch gespielt hat, zwar eine höhere Leistungsdichte und durch die Kunstrasenplätze bessere Bedingungen als beim TSV gebe. „Aber auch in Altenlotheim geben die Leute alles und sie bieten der Mannschaft Top-Bedingungen“, betont Wissemann. „Unser Training mit all den Spielern, die schon höherklassig gespielt haben, hat mehr als KOL-Niveau. Die jungen Spieler profitieren von deren Erfahrung“, fügt er an.

„Bock zu spielen auch ohne Geld“

So habe der Ex-Ederbergländer Sascha von Drach „gesehen, was bei uns abläuft“ und sei nach Altenlotheim zurückgekehrt. Vom TSV-Gefühl überzeugt scheint auch der frühere Verbandsligaspieler Fabian Erber (SV Burgsteinfurt) zu sein, der in Münster wohnt und in Frankenberg arbeitet. „Das ist ein Zeichen dafür, dass die Leute Bock haben hier zu spielen und das alles ohne Geld – das ist Altenlotheim“, sagt Bremmer. Wissemann ergänzt: „Die Kameradschaft ist unser Trumpf. Während bei höherklassigen Vereinen die Spieler oft nach dem Training oder Spiel nach Hause gehen, bleiben die Jungs auch danach noch zusammen. Hier ist alles sehr familiär.“

"Es hat sich seit Saisonbeginn eine richtige Euphorie entwickelt, die bis heute anhält“, sagt Bremmer. Das gelte nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch für die Festgestaltung zum 100-jährigen Vereinsbestehen. Bei der Hauptversammlung im Februar seien so viele Teilnehmer anwesend gewesen wie nie zuvor.

 „Die Euphorie ist auch auf unsere Spieler übergeschwappt“, betont der Vorsitzende. Die Mannschaft habe alles dafür getan, dass sie jetzt da stehe, wo sie steht. Das sei im Training und bei den Testspielen sichtbar geworden. Bei diesen Begegnungen seien teilweise bis 150 Zuschauer dabei gewesen. 

„Jetzt sind wir froh, dass wir wissen woran wir sind und weiter planen können“, fügt der Vorsitzende und Leistungsträger an. „Bis Mitte Juni trainieren wir zweimal wöchentlich, freiwillig weiter und machen während der Ferien Pause. Danach bereiten wir uns auf die neue Saison vor“, sagt Wissemann. Bremmer hofft dass alle Spieler bleiben. Die Gespräche laufen. 

Der Verein habe aber keinen Druck neue Spieler zu verpflichten. Denn in der Hinterhand stünden noch Kicker wie Manuel Neuschäfer, Patrick Wissemann, Sascha von Drach, Tim Backhaus und Neuling Alexei Dobrii, die wegen dem Saisonabbruch noch nicht spielen konnten oder aus dem Verletztenstand zurückkommen.

 „Wenn noch ein neuer Spieler kommen sollte, dann nur jemand, der zum TSV passt. Ich bin froh, dass wir das alles so hinbekommen haben, wie es jetzt ist. Wir hatten zwischenzeitlich eine schwere Zeit“, blickt Bremmer zurück. 

„Der TSV Altenlotheim war früher im Landkreis in aller Munde und mein Wunsch ist es, ihn da wieder hinzukommen“, sagt der Stürmer des ehemaligen Verbandsligisten. (dv)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.