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TSV Berndorf: Jürgen Ihlefeld plötzlich weg, Felix Amstutz plötzlich Trainer

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Plötzlich Trainer: Felix Amstutz, der beim TSV Berndorf in die Verantwortung geht.
Plötzlich Trainer: Felix Amstutz, der beim TSV Berndorf in die Verantwortung geht. © TSV Berndorf/pr

Der TSV Berndorf hat sich kurz vor der neuen Fußballsaison sehr überraschend einen neuen Trainer suchen müssen. Ein ganz junger übernimmt.

Berndorf - Etwa zwei Wochen vor dem Start des Kreisoberligisten in die Saisonvorbereitung hat der bisherige Coach Jürgen Ihlefeld die SG Geismar/Züschen (Kreisliga A Schwalm-Eder) übernommen. Der TSV hat intern einen jungen Nachfolger gefunden: Felix Amstutz aus dem Spielerkader.

„Es war plötzlich“, kommentierte Berndorfs Obmann Wilhelm Emde zurückhaltend die Entscheidung Ihlefelds, der sich mit dem TSV auf eine Verlängerung seines (mit Unterbrechung) seit drei Jahren laufenden Vertrags bereits geeinigt und schon Trainingspläne entworfen hatte. Vorsitzende Manuela Tenge ließ wissen: „Im Vorfeld gab es keinen Hinweis auf eine mögliche Trennung.“

TSV Berndorf: Mannschaft schlägt Felix Amstutz vor

Die kurzfristigen Sondierungen der überrumpelten Berndorfer auf dem Trainermarkt blieben „alle erfolglos“, wie Emde sagt. Der Vorschlag, den Job des Coachs dem 23 Jahre alten Felix Amstutz anzuvertrauen, sei dann aus den Reihen der Spieler gekommen, so Manuela Tenge. „Er ist nah an der Mannschaft und hat bereits trotz seines jungen Alters ein sehr gutes Sachverständnis für den Fußball“, schreibt sie. Der Vorstand sei „erfreut über die Lösung“.

Auch Wilhelm Emde betont, Amstutz sei kein bisschen eine Notlösung: „Es gibt viele positive Beispiele, dass es mit jungen Trainern funktioniert.“ Amstutz selbst sagt, er freue sich „riesig, dass ich das Vertrauen von Vorstand und Mannschaft habe“ und er die Möglichkeit bekomme, die Aufgabe zu übernehmen. Dabei betrachtet er sich ausdrücklich als Teil eines Trainerteams.

Ihlefeld nennt wirtschaftliche Gründe für Abgang

Auf die Frage, ob er ohnehin ins Trainergeschäft habe einsteigen wollen, sagte Amstutz: „Das war früher oder später der Plan.“ In der derzeitigen Situation sei er vor allem auch bereit, dem Verein zu helfen. Den Trainerschein will der 23-Jährige im Herbst angehen. Da er noch eine Verletzung auskuriert, wird er sich zunächst aufs Trainieren und Coachen beschränken. „Wenn ich wieder fit und in der Lage bin zu spielen, würde ich das auch als Spielertrainer machen.“

Ihlefeld nennt vor allem wirtschaftliche Gründe für seinen Entschluss; das habe er auch dem Verein dargelegt. Der 60-Jährige wohnt seit einiger Zeit in Bad Wildungen und arbeitet im Schichtdienst in Baunatal. Die Fahrten von daheim oder von und nach Berndorf wegen der Arbeit gingen seinen Worten nach ins Geld. „Ich habe zum Schluss tausend Kilometer für Berndorf gefahren.“ Hinzu komme der große zeitliche Aufwand.

„Ich hätte das aber alles weitergemacht, wenn das Angebot von Geismar/Züschen nicht gekommen wäre“, sagte Ihlefeld. Auf dem Sportplatz beim A-Ligisten sei er in einer Viertelstunde. Ihlefeld zeigte Verständnis, dass man beim TSV nicht amüsiert über seinen plötzlichen Abgang war. „Der Knackpunkt war der Zeitpunkt, aber das Angebot kam nicht eher.“

In der Pressemitteilung der SG lässt sich Ihlefeld mit zwei Sätzen zitieren: „Ich hatte sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen der SG Geismar/Züschen. In dem Verein bewegt sich gerade einiges und ich bin überzeugt, dass ich bei dieser Entwicklung einen Beitrag leisten kann und den Verein nicht nur auf sportlicher Ebene voranbringen kann.“  (mn)

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