TSV/FC Korbach blieb hinter den Erwartungen zurück und muss nach unten schauen

Die obligatorische Herbst-Krise

Aktivposten: Jonas Will (rechts) gehörte zu den Gewinnern im Korbacher Team. Foto: zmp

Korbach. 24 Punkte – das ist die Bilanz der Korbacher Fußballer in der Verbandsliga Nord. Eine Ausbeute, die alles andere als ein Ruhekissen ist:  Denn der Abstand zu der Abstiegszone beträgt ganze vier Punkte.

In der Restrunde, die am 24. Februar mit einer Nachholpartie in Eichenzell starten soll, müssen sich die Kreisstädter mächtig steigern.

Wunsch und Wirklichkeit

Nicht nur aufgrund des guten Saisonstarts – der TSV/FC stand zwischenzeitlich auf dem dritten Platz – träumte man im Umfeld der Kreisstädter von der Hessenliga. Diese Hoffnungen wurden dann ab Oktober aber schnell gedämpft, als die schon fast obligatorische „Korbacher Herbst-Krise“ über das Team hereinbrach. Kein einziger Sieg wurde seitdem gefeiert. So fällt auch das Fazit von Trainer Tobias Cramer geteilt aus. „Unser Anspruch war es nie, in die Hessenliga aufzusteigen. Ich habe schon im Sommer gesagt, dass die gewonnenen Punkte welche gegen den Abstieg waren“, sagt der 38-Jährige.“ Und weiter: „Das Saisonziel ist und bleibt der Erhalt der Verbandsliga.“

Cramer, der nach dieser und damit seiner dritten Saison als Korbacher Trainer aufhören und als Jugendkoordinator beim Bezirksligisten SV Brilon anheuern wird, ist trotzdem mit dem bisherigen Punkteertrag nicht zufrieden. „Im Endeffekt sind 24 Punkte zu wenig.“

Alt und Neu

Mit Torjäger Christoph Osterhold, seinem Bruder Jan-Hendrik, Ex-Kapitän Matthias Rösner, Mittelfeldmann Henrik Vogel oder Joker Markus Mühlenbächer setzte Tobi Cramer weitgehend auf bewährtes Personal. Von den Neuzugängen des vergangenen Sommers hat den Trainer vor allem Kevin Schmelter überzeugt. „Kevin ist nicht nur als Torwart, sondern auch als Führungsspieler sehr wichtig für uns“, sagt er über den Schlussmann, der vom Gruppenligisten Rhoden/Schmillinghausen zu den Kreisstädtern kam.

Einen großen Leistungssprung attestiert Cramer seinen Mittelfeldrennern Jonas Will und Raphael Leibfacher, die sich immer wieder auch als Torschützen auszeichneten. Die taktische Ausrichtung mit einem 4-2-3-1-System mit Vogel in vorderster Linie hält Cramer auch für die restliche Rückrunde für optimal.

Licht und Schatten

Bei der Frage nach den bisherigen Höhepunkten der Saison muss Cramer nicht lange nachdenken. „Das Finale im Regionalpokal gegen Hessen Kassel war stark. Die hohen Siege gegen Eschwege in Pokal und Meisterschaft waren auch etwas Besonderes“, blickt Korbachs Coach zurück. Vor allem in der Pokalpartie gegen den nordhessischen Traditionsverein zeigte der TSV/FC, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Als negative Ausreißer sieht Cramer die Heimniederlage gegen Melsungen (0:1), die unnötige 1:3-Niederlage beim Zweiten 1. FC Schwalmstadt sowie die 0:7-Klatschen in Dörnberg und Hessen Kassel II an.

Die Prognose

Für Tobias Cramer ist es keine Frage, dass er im Sommer seine Mannschaft als Verbandsligisten an seinen Nachfolger übergeben wird. „Der TSV/FC Korbach mit seiner guten Jugendarbeit muss ein Verbandsliga-Standort bleiben. Wir haben mit der jetzigen Mannschaft auch das Potenzial, dieses Ziel zu erreichen und wollen im Juni etwas zu feiern haben, wenn wir auseinander gehen“, erklärt der 38-Jährige.

Unbestritten ist: Das Potenzial der Kreisstädter liegt weit über dem eines Abstiegskandidaten. Allerdings müssen zu Beginn der Restrunde alle Spieler den Kampf gegen den Abstieg auch wirklich annehmen und dies auf dem Spielfeld in jedem Spiel zeigen. Auf die leichte Schulter dürfen die Kreisstädter keinen Gegner mehr nehmen, sonst wird es eng. Gelingt dies aber, dann sollten sich die Korbacher schnell aus der gefährdeten Region der Tabelle verabschieden.

Von Peter Pfeiffer

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