1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball regional

„Wird eine Charakterfrage“: SC Willingen trotz Trainerwechsels zuversichtlich

Erstellt:

Von: Dirk Schäfer

Kommentare

Willinger Hoffnungsträger für die Rückrunde: Die genesenen Offensivkräfte Sebastian Butz (links) und Jonathan Vach (hier gegen Leon Maierhof/Johannesberg).
Willinger Hoffnungsträger für die Rückrunde: Die genesenen Offensivkräfte Sebastian Butz (links) und Jonathan Vach (hier gegen Leon Maierhof/Johannesberg). © Artur Worobiow

Dass es kein ruhiger Winter wird nach einer unruhigen Hinrunde in der Verbandsliga Nord war beim SC Willingen jedem klar. Dass sich alle auf neue Konstellationen einstellen müssen, kam unverhofft hinzu.

Damit war nicht zu rechnen, weil er sportliche nicht in der Kritik stand: Trainer Dardan Kodra bleibt nicht länger im Amt beim SC Willingen. Der 30-Jährige ist demnächst beruflich derart eingespannt, dass er nicht weitermachen kann. Seit Mitte November wissen sie Bescheid beim SCW und versuchen, auf die Situation zu reagieren; allen voran Mario Emde als vor gut zwei Monaten installierter sportlicher Leiter war und ist gefordert.

Er macht aber klar, dass die Umstände gar nicht so vielverändern. Vor allem nicht seine Sichtweise: „Die Truppe ist trotz allem gefestigt. Ich bin überzeugt, dass die Spieler kapiert haben, worauf es in der zweiten Saisonhälfte ankommt und dass wir die Kurve kriegen“, sagt Emde. Freilich sei der Rückzug von Dardan Kodra ein Verlust für Verein und Mannschaft, „weil man auch menschlich sehr gut mit ihm auskommt. Aber es ist wie es ist und es muss weitergehen.“

SC Willingen: Bei Schramme und Rehbein „passt alles“

Kodra hat eine Mannschaft hinterlassen, die trotz vieler junger Spieler und einiger Rückschläge in der Verbandsliga mehrfach angedeutet hat, dass sie mehr als nut ein Kellerkind ist. Hohe Klatschen findet man nur im 1:4 gegen Lichtenau. Die jüngsten Auftritte machen Mut – nur zwei von acht Spielen gingen verloren, wenngleich die regelmäßig erlittenen Punktverluste in den Schlussminuten die Hypothek vergrößert und den Sprung über die Abstiegslinie verhindert haben.

„Die Spiele waren keineswegs alle schlecht. Dennoch wird es eine Charakterfrage, da unten heraus zu kommen“, skizziert Mario Emde die Lage. Der 34-jährige Adorfer, von 2011 bis 2018 Spieler beim SC Willingen, sondierte den „Wintermarkt“ nach Spielern und möglichen Trainerkandidaten. Dass es – Stand jetzt – ohne Neue weitergeht, empfingt der sportliche Leiter aber nicht als Hemmschuh.

Einen gefestigten SCW sieht der sportliche Leiter Mario Emde.
Einen gefestigten SCW sieht der sportliche Leiter Mario Emde. © Artur Worobiow

„Holst du einen externen Trainer, muss es sofort passen in allen Bereichen. Bei Rainer und Uli wissen wir, dass das so ist“, sagt Emde, der viel Wert aufs Menschliche legt, über die aktuelle Konstellation: Rainer Schramme, bis Ende der vorigen Saison mit Kodra das Trainergespann, ist genauso SCW-erprobt wie Ulrich Rehbein – die beiden bilden das Tandem bis zum Ende der Saison, die womöglich um zwei oder drei Relegationsspiele verlängert wird.

Gemeinsam mit Emde haben die Coaches schon Hausaufgaben gemacht in Sachen Winter-Vorbereitung. Die startet am 21. Januar und enthält unter anderem (bisher) vier Testspiele: zu Hause gegen die SG Assinghausen (Bezirksliga Westfalen), die SG Brunslar/Wolfershausen und den TSV Altenlotheim sowie auswärts beim TSV/FC Korbach (alle Gruppenliga).

Willinger Vorbereitung startet am 21. Januar

„Die Jungs werden auch vorher was machen“, sagt Emde mit Blick auf eine geplante Lauf-Challenge zu Beginn des Jahres. Dass alle mitziehen, glaubt Emde fest; er habe eine durchaus selbstkritische Mannschaft erlebt. „Alle haben zum Beispiel eingesehen, dass die Vorbereitung im Sommer mit regelmäßig fehlenden Spielern durch Urlaube und dem abgesagten Pokalspiel ungenügend war.“

Die zweite Vorbereitung soll besser werden, zumal einige lange verletzte Spieler wieder dabei sind: Sebastian Butz und Jonathan Vach (O-Ton Emde: „ein faszinierender Spieler“) schnupperten sich die letzten drei, vier Spiele wieder heran. „Mit ihnen und den ebenfalls zurückkehrenden Matthias Bott und Eric Kroll haben wir dann für Startelf und Bank viel mehr Alternativen“, meint Emde.

Die vier sind quasi die Neuzugänge der Upländer, zumal sich noch kein neues zusätzliches Personal fand. „Ich habe viele Gespräche geführt“, so Emde. „Aber wenn einer sagt, ich stehe bei meinem Verein im Wort, akzeptiere ich das, weil ich das von unseren Spielern auch erwarte.“ (Dirk Schäfer)

Auch interessant

Kommentare