Jörg Springer ist das Urgestein des BC Sport, feierte Jubiläum und erinnert sich

Fit auch in seinem 800. Spiel

Voller Einsatz: Jörg Springer gab auch in diesem Spiel im Jahr 1999, einen Monat nach seinem 500. Einsatz, alles für den BC Sport. Archivfoto: Herzog

Kassel. Er bestritt am Sonntag im Verbandsligaspiel beim KSV Baunatal II nicht den 800. Einsatz für den BC Sport überhaupt, sondern trug zum 800. Mal das Trikot der ersten Mannschaft. Und das im zarten Fußballer-Alter von 48 Jahren.

Insgesamt, überschlägt der Jubilar, müsste er es auf rund 2500 Partien für die Sportianer gebracht haben. Zum Feiern zumute war ihm nicht, denn nach der 0:5-Niederlage schwebt der BC Sport in großer Abstiegsgefahr.

Weil Personalknappheit herrschte, war Springer von Trainer Wolfgang Zientek hinzugebeten worden. Bei seiner Einwechselung in der 68. Minute unterlief ihm ein angesichts seiner Erfahrung unerwarteter Patzer: Weil Springer seinen Ehering noch trug, schickte ihn der Unparteiische zunächst wieder vom Feld. Dann aber durfte er loslegen und machte seine Sache so gut, dass Zientek später grummelte: „Peinlich für die anderen. Er war noch nicht mal schlechter als sie.“

Jubiläum hin oder her, wir nehmen es zum Anlass, uns bei Jörg Springer über die Höhepunkte seiner Laufbahn zu erkundigen. Zum Beispiel nach ...

... seiner schönsten sportlichen Erinnerung: „Das war der Pokalsieg 1985 gegen die Amateure des KSV Hessen, bei denen zum Beispiel Thomas Freudenstein, Michael Drube und Gerhard Siewert dabei waren. Vor 800 Zuschauern haben wir zu Hause 3:2 gewonnen. Ich habe zwei Tore gemacht, und danach hat mich Löwen-Trainer Franz Brungs angerufen. Ich wollte aber nicht weg vom BC Sport.“

... seinem unerfreulichsten Spiel: „Ganz klar der Abstieg 1993, als wir gegen den FSV Kassel auf eigenem Platz verloren und aus der Bezirksoberliga abgestiegen sind. Immerhin glückte uns zwei Jahre später der Wiederaufstieg.“

... seinem ärgerlichsten Spiel: „Mitte der neunziger Jahre haben wir mal im Heimspiel gegen Weidenhausen nach 80 Minuten 4:1 geführt. Was uns dann geritten hat, weiß ich nicht. Aber am Ende hatten wir 4:5 verloren. Daran erinnert man sich immer wieder.“

... seinem merkwürdigsten sportlichen Erlebnis: „Auch wenn man es bei der langen Zeit kaum glauben mag, aber so ein Spiel wie das mit den Altherren beim CSC 03 vor eineinhalb Wochen hatte ich noch nie erlebt. Wir hätten 15 Tore machen können oder müssen – und verloren 2:3. Entweder der Schlussmann hat gehalten, oder wir haben Latte oder Pfosten getroffen.“

... über seinen Gefühlszustand angesichts der sportlichen Probleme der ersten Mannschaft: „Wir wurden ja als erster Absteiger gehandelt. Dafür haben wir uns lange gut geschlagen. Aber die letzten drei Niederlagen tun schon weh. Ein Abstieg wäre nicht schön, aber kein Drama. Wer hätte schließlich vor drei Jahren gedacht, dass wir überhaupt nochmal in die Verbandsliga kommen?“

Von Wolfgang Bauscher

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