Fußball-Verbandsligist in der Warteschleife

Aufschwung des OSC Vellmar jäh gestoppt

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Ausgebremst: Auch Vellmars Fußballer wie hier Egli Milloshaj (in Blau) gegen den Fliedener Tobias Rehm wurden auf ihrem Weg nach oben durch das Corona-Virus aus dem Tritt gebracht.

Der jüngste Aufschwung bei Fußball-Verbandsligist OSC Vellmar fand durch die Zwangspause ein jähes Ende. Bis auf Rang fünf kletterte der OSC zuletzt – der Relegationsplatz war mit sieben Punkten Rückstand in Reichweite. Aktuell ist aber nicht an Fußball zu denken, zumal der Hessische Fußballverband (HFV) die Auszeit zunächst auf unbestimmte Zeit verlängerte.

„Man vermisst sich“, sagt Vellmars Co-Trainer Roland Borrmann. Und damit meint er das Miteinander, die Flachsereien im Training und den Kontakt zu den Spielern. Gänzlich abgerissen ist er natürlich nicht. „Wir telefonieren viel miteinander. Außerdem gibt es ja die WhatsApp-Gruppe der Mannschaft“, so Borrmann.

Dass diese Art der Kommunikation für ein Fußballteam auf Dauer nicht zufriedenstellend sein kann, ist selbsterklärend. Vieles beschränke sich gerade auf den Fitnessbereich, „aber die Jungs wollen an den Ball“, merkt Borrmann an.

Besonders ärgerlich an der Zwangspause ist, dass es bei den Vellmarern zuletzt richtig rund lief. „Es wäre bestimmt noch einmal interessant geworden“, vermutet der Co-Trainer mit Blick auf den Kampf um den Relegationsplatz. Die Gründe für den jüngsten Aufwärtstrend sind schnell gefunden: gute Trainingsbeteiligung, ausgewogener Kader, doppelt besetzte Positionen und eine stimmige Mischung aus Jung und Alt. Kurzum: Der OSC war auf einem guten Weg, oben noch einmal anzugreifen.

Ob und wie es weitergehen könnte, vermag Borrmann nicht zu sagen. Allerdings ist er sich sicher: „Es wird bei der Lösung ganz schwer, jeden zufriedenzustellen. Das ist keine einfache Situation.“

Zusammen mit Trainer Jörg Müller gibt Borrmann den Spielern immer wieder Anregungen für ein abwechslungsreiches Training. Von scharfen Kontrollen nimmt das Trainergespann aber Abstand: „Wir vertrauen unseren Spielern und wissen, dass sie sich selbst fit halten wollen.“

Wie viele andere auch beschäftigt sich Borrmann mit Lösungsansätzen. Einer davon ist – sollte der Spielbetrieb überhaupt noch aufgenommen werden – erst mal alle Mannschaften aus einer Region gegeneinander spielen zu lassen. Das macht aber nur Sinn, wenn diese Partien in einem sehr kurzen Zeitraum stattfinden würden. Einen Saisonabbruch jedenfalls fände Borrmann schade – und zwar für alle Mannschaften. Aber irgendwie erscheint dieses Szenario immer wahrscheinlicher.

Von Raphael Wieloch

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