Fußball-Verbandsliga: Nur Rothwestens Verteidiger trifft bei 1:0-Sieg über harmlose KSV-Reserve

Bojic macht’s den Stürmern vor

Durchsetzungsfähig: Rothwestens Siegtorschütze Dejan Bojic (in Blau) behauptet sich gegen den KSVer Jan-Erik Leinhos (links). Dessen Mitspieler Viktor Knopf kann nicht eingreifen. Foto: Fischer

Fuldatal. Als ob er geahnt hätte, dass seine Mitspieler später einmal mehr in dieser Verbandsligasaison mit ihren Tormöglichkeiten Schindluder treiben würden. Denn als Dejan Bojic der Fußball in der 16. Minute des Derbys zwischen dem TSV Rothwesten und dem KSV Hessen Kassel II vor die Füße fiel, fackelte der Linksverteidiger der Gastgeber nicht lange und zirkelte den Ball aus 22 Metern hoch ins lange Eck. Es sollte der einzige Treffer bleiben und den Fuldatalern einen 1:0 (1:0)-Heimsieg einbringen.

„Wenn die Angreifer keine Tore schießen, müssen das eben die Verteidiger übernehmen“, scherzte der 23-Jährige nach seinem ersten Verbandsliga-Treffer. Sebastian Busch ärgerte sich mächtig über das Tor. „Wir schlagen ihm den Ball selbst vor die Füße“, merkte der Interimstrainer des KSV an.

Ohnehin gab es bei der Entstehung des 1:0 einige Merkwürdigkeiten. Zunächst rannten sich im Mittelfeld zwei Kasseler gegenseitig über den Haufen, dann standen sich zwei Rothwestener im Strafraum selbst im Weg. Und als dann die Situation schon geklärt schien, schlug Bojic zu. Bis dahin sahen die Zuschauer eine ansehnliche Partie. Danach machten sich Hektik und Planlosigkeit breit. Nickligkeiten kamen dazu, erst nach dem Wechsel wurde es wieder etwas ruhiger. Gut war das Spiel dennoch nicht.

Die Junglöwen kamen über Ansätze gefälligen Spiels nicht hinaus und tauchten kaum gefährlich im Strafraum des TSV auf. Auf der anderen Seite stellten sich die Platzherren bei ihren Gegenzügen oft ungeschickt an, kamen aber dennoch zu hochkarätigen Gelegenheiten. Dreimal vergab allein der eingewechselte Niko Eckhardt, zweimal davon in allerbester Position. Zudem scheiterte Kevin Seeger mit einem satten Direktschuss aus 19 Metern an der Latte.

Ihren Trainer trieben die Rothwestener mit ihrer schlechten Ausbeute wieder einmal fast zur Verzweiflung. „Wenn die Jungs es immer so spannend machen, werde ich bereits in meinen jungen Jahren alt“, fürchtete Taylan Bilecen. Allerdings war es diesmal nicht wie häufig zuvor so, dass der TSV spielerisch überzeugte. „Das war heute ein ganz anderes Spiel. Aber der Sieg war wichtig, und wir haben nicht wieder durch ein spätes Gegentor Punkte verloren. Jetzt können wir aufatmen“, konstatierte Bilecen erleichtert.

Weniger angetan war sein Gegenüber. „Aber immerhin haben wir alles reingeworfen. Das war das Wichtigste. Nun müssen wir sehen, dass wir mit viel Arbeit aus dem Tal kommen“, bilanzierte Busch.

Während die KSV-Reserve weiter mit dem drittletzten Platz vorlieb nehmen muss, festigte Rothwesten seine Position im gesicherten Mittelfeld.

Von Wolfgang Bauscher

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