1. FC Schwalmstadt: Schweigert-Elf „schnuppert“ an Sensation - nach Tränen macht sich Zufriedenheit breit

Mit breiter Brust in nächste Saison

Vergab die Chance zum 2:0: Sefa Cetinkaya, der hier den Ball vor Sascha von Drach abschirmt.

ziegenhain. Umsonst gewartet, vergeblich gehofft. Die Tür zur Hessenliga stand für Minuten einen Spalt weit offen, sie noch weiter aufzustoßen gelang dem 1. FC Schwalmstadt allerdings nicht.

Als nach dem 1:0 von Jan Henrik Wolf (19.) kurz vor der Pause das 2:0 in der Luft lag, schien die Sensation in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Hessenliga, sprich ein (notwendiger) Schwälmer Sieg mit drei Toren Vorsprung gegen den FC Ederbergland, möglich. „Wenn wir das zweite Tor noch in der ersten Halbzeit erzielt hätten, hätten wir das dritte nachgelegt“, meinte Geburtstagskind Kevin Kutzner. Eine ob des Spielverlaufs nachvollziehbare, aber letztlich obsolete Vermutung. Weil Sefa Cetinkaya („Ich habe den Ball nicht richtig getroffen“) die entsprechende Großchance liegen ließ (44.). Und weil Lukas Guntermann in der 71. Minute mit einem feinen Freistoßtor zum 1:1 die letzten Zweifel am Aufstieg der Gäste beseitigte.

Da atmete auch FCE-Trainer Kovacevic auf: „Es wäre sicherlich schwierig gewesen, meine Mannschaft bei einem 0:2-Rückstand in der Pause nochmal aufzubauen.“ Zumal sie von der Souveränität des vorausgegangenen 2:0-Sieges gegen Darmstadt weit entfernt war. Taktisch eher unausgegoren agierte. Zu Beginn mit viel Druck, dem der schnelle Rückzug folgte, als der nicht wirkte. Und nach dem überraschenden Führungstor der Gastgeber diesen vollends in die Karten spielte, als sie trotz der Ausgangsposition schnell auf den Ausgleich drängte und dem FCS - keineswegs ein Verfechter der bedingungslosen Offensive - Raum zu Kontern bot.

„Ederbergland war verunsichert, das hätten wir konsequenter nutzen müssen“, trauerte Schwalmstadts Coach Hans Schweigert den ungenutzten Chancen von Jan Henrik Wolf, Leon Lindenthal und eben Sefa Cetinkaya nach. So kam der Favorit mit einem blauen Auge davon und Vladimir Kovacevic hatte die Chance, seine Jungs in der Pause neu einzustellen. Die kamen in der Tat taktisch geläutert aus der Kabine, standen fortan wesentlich kompakter, „womit wir gar nicht mehr zurecht gekommen sind“ (Schweigert). Die Folge: Das 2:0 lag nun nicht mehr in der Luft und nach Guntermanns Maßarbeit war Luft und Spannung raus aus der Partie.

Natürlich flossen Tränen (Kutzner) ob des zweiten Scheiterns in den Aufstiegsspielen zur Hessenliga am gleichen Gegner innerhalb von drei Jahren. Doch als die getrocknet waren, machte sich Zufriedenheit breit über eine Saison, „in der wir nach dem Abstieg etwas Außergewöhnliches hinbekommen haben“ (Cetinkaya).

Eine Wiederauferstehung der besonderen Art nämlich, die für die kommende Saison Mut macht. „In die können wir mit breiter Brust gehen“, sagt Innenverteidiger Fabian Seck. Entsprechend ambitioniert das Ziel: „Oben mitspielen.“ Den diesmal (noch) verpassten Aufstieg durchaus im Blick. • Schwalmstadt: Nikocevic - Kutzner, Lerch (89. Rieck), F. Seck - R. Seck - Gerstung (72. März) - Cetinkaya, Preuß, Lutz (67. Kaquri), Wolf - Lindenthal. Ederbergland: Hartmann - Mohr, Ricka, van Drach, Guntermann - Möllmann, Karge (81. Todt) - Nolte, Wolff - Miß (80. Taskiran), Gora (72. Meyer). SR: Wlodarczak (Bebra). Z.: 600. Tore: 1:0 Wolf (19.), 1:1 Guntermann (71.). Bes. Vork.: Gelb-Rot für Cetinkaya (78., FCS).

Von Ralf Ohm

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