MFV: Auftakt bei der „Wundertüte“ - Neuzugänge Szaras und Hille sind schon gesetzt

Bruderduell bahnt sich an

Nach fünf gemeinsamen Jahren erstmals gegeneinander: die Brüder (v.l.) Florian (MFV) und Fabian Korell (KSV). Foto: Kasiewicz

melsungen. Florian Korell spricht von einem „komischen Gefühl“. Ausgelöst durch ein Bruderduell der ganz besonderen Art, was sich da beim Einstand des 29-Jährigen im Trikot des Melsunger FV 08 anbahnt: Gleich am ersten Spieltag der Fußball-Verbandsliga, wenn die Bartenwetzer beim KSV Hessen Kassel II (So. 15 Uhr) zu Gast sind, könnte Florian, der Ältere, auf Fabian, den Jüngeren der Geschwister treffen. Die beiden Stürmer, die fünf Jahren lang das Angriffsduo des TSV Wabern bildeten, dabei einer für den anderen auflegte und beide trafen, fast wie sie wollten (in der letzten Gruppenliga-Saison zusammen 54 Mal) und die vor der neuen Spielzeit erstmals getrennte Wege gingen.

„Es war der richtige Zeitpunkt, um etwas Neues zu wagen“, sagt Florian Korell über diesen Schritt, den Bruder Fabian zum Regionalligisten KSV Hessen Kassel verschlug, wo er sich nach und nach gegen die prominente Offensivkonkurrenz durchsetzen will. Und auf dem Weg dorthin erstmal bei den Junglöwen aushelfen wird, auch um sich dort für höhere Aufgaben zu empfehlen. Bestätigt wurde das von KSV-Trainer Hirdes nicht, doch angesichts „mangelnder Kaderbreite“ ist dieser auf Hilfe „von oben“, also aus der ersten Mannschaft, angewiesen.

Unabhängig von Korells Einsatz gleicht das Team des Gastgebers für MFV-Spielertrainer Beetz „einer Wundertüte“. Verbunden mit der Frage, wer um die bekannten Stützen Jens Wörner, Tobias Bredow und Murat Osmanoglu die Stammelf bilden wird. Die beiden koreanischen Neuzugänge Mingyu Shin und Incheol Choi, beides Alternativen für die Offensive, etwa? Oder einer der vier aufgerückten A-Jugendlichen? Oder der frisch verpflichtete Routinier Sebastian Busch, der aber wohl noch keine Luft für 90 Minuten hat? Oder René Ochs, dessen Zusage immer noch aussteht? Oder vielleicht sogar einer der zwei Spanier, die als weitere Verstärkungen im Gespräch sind?

Thorsten Hirdes weiß es (noch) nicht oder lässt sich nicht in die Karten schauen. Dämpft aber schon mal die Erwartungen an die Mannschaft: „Für uns geht es erstmal darum, uns zu finden und dann eine solide Hinrunde zu spielen.“ Da dieser Findungsprozess nach turbulenter Vorbereitung erst am Anfang ist, scheint der frühe Zeitpunkt, auf den Tabellendritten der letzten Saison zu treffen, für Melsungen durchaus günstig.

Allerdings sind auch beim Gast noch nicht alle Neuzugänge hundertprozentig integriert, die angestrebte spielerische Weiterentwicklung der Mannschaft keineswegs abgeschlossen. Immerhin soll der in der Vorbereitung erprobte Systemwechsel (von 4:2:3:1 auf 4:3:3) in Kassel seine Feuertraufe feiern. Mit Neuzugang Szablos Szaras als zentralen Stürmer, der laut Sascha Beetz sehr gut eingeschlagen hat. Das gilt auch für Jan Hille, der zusammen mit Marc Wenderoth die neue Innenverteidigung bilden soll.

Ansonsten verfügt der MFV trotz des Ausfalls von Marvin Haas (Knöchelverletzung) und Nick Krug (Urlaub) über ungewohnte Alternativen. Besonders im Angriff, wo Florian Korell auf seinen Einsatz brennt. Damit es, vor den Augen der Eltern, wirklich zum Bruderduell kommt.

Von Ralf Ohm

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