MFV: Lehnerz überlegen, aber harmlos - Dobler Eggers mit starkem Comeback

2:0 - Dankbarer Gegner

Diebische Freude über das frühe 1:0: (von links) Melsungens Torschütze Tobias Frommann, Florian Korell, Christoph Grunewald und Boris Bajic. Foto: Hahn

Melsungen. Mit den Lieblingsgegnern ist das so eine Sache. Auch wenn es meistens gegen sie klappt, besteht doch immer die Versuchung, sie aufgrund solch‘ statistischer Größen nicht ganz ernst zu nehmen.

Der FV Melsungen 08 wusste ihr zu widerstehen. Dank eines Planes des heimischen Fußball-Verbandsligisten, der beim 2:0 (1:0) gegen den TSV Lehnerz II voll aufging. Und in den fünften Sieg im siebten Duell mit der Hessenliga-Reserve mündete.

Die Vorgabe von Spielertrainer Beetz: „Zum Abschluss der englischen Woche erst mal kompakt stehen und den Gegner das Spiel machen lassen.“ Der ließ sich nicht lange bitten, ging dem Gastgeber damit auf den Leim und half beim 1:0 (8.) auch noch kräftig mit. Torwart Sabela ließ den Ball nach einer harmlosen Hermansa-Flanke im Herauslaufen fallen und Tobias Frommann staubte ab. Zum Plan gehörten darüber hinaus einige personelle Überraschungen. Das Comeback von Christian Dobler Eggers nach über zwei Jahren in der Innenverteidigung etwa, das laut Beetz „keinerlei Risiko“ darstellte.

Denn der 24-Jährige spielte in der Viererkette so, als wäre er nie weg gewesen.

Christian Dobler Eggers

„Die Jungs haben es mir auch leicht gemacht“, lobte der Bonner Student seine Vorderleute, die in der Tat im Unterbinden der allerdings auch alles andere als entschlossenen Angriffsaktionen des Gegners ihre Stärken hatten. Und im Umschalten ihre Schwächen. „Wir wurden zum Kontern eingeladen, haben das aber nicht genutzt“, wusste Sascha Beetz um diese spielerischen Unzulänglichkeiten - und versuchte in der Pause Abhilfe zu schaffen. Das schien zu fruchten, denn seine Schützlinge ergriffen gleich nach Wiederanpfiff vehement die Initiative, waren dadurch aber anfällig für Konter. Daraus entsprangen Chancen für Paul Hohmann (55.) und Niklas Odenwald (57.), die die Bartenwetzer gleich wieder verzagen ließen.

„Wir hätten uns mehr trauen müssen“, erkannte der Rückkehrer. Stattdessen wurde der TSV-Druck immer größer, der MFV schien um den Ausgleich zu betteln oder sich auf die Abschluss-Schwäche der Gäste zu verlassen.

Dann trat eine weitere „Personalie“ auf den Plan: Nick Krug, der im Angriff überraschend den Vorzug vor Mario Kilian bekommen hatte. Und sich mit seinem Tor zum vorentscheidenden 2:0 (77.) für des Trainers Vertrauen bedankte. Nach einem Ballverlust des Gegners hatten die Melsunger endlich mal schnell reagiert, Tobias Fromann zwei Gegenspieler aussteigen lassen und seinen Nebenmann mustergültig bedient.

Lehnerz blieb auch danach am Drücker. Und ein dankbarer Rivale. Friedrichs Lattenschuss zwei Minuten vor Schluss war das Gefährlichste, was die Osthessen zustande brachten. Melsungen konnte sich dagegen über eine fast optimale Ausbeute - drei Chancen, zwei Tore - freuen. Wusste aber auch, dass das gegen undankbare Gegner durchaus schief gehen kann. • Melsungen: Nödel - Raabe, Schmidt, Dobler Eggers, Rading - Hermansa, Grunewald (75. Gemeroth), Bajic, Frommann - Korell (63. Kilian), Krug (86. Szaraz). TSV: Sabela - Weltdetnsae, Say (73. Wittke, Scholz, Gaul - Friedrich, Pecks - Wollny, Hohmann (85. Daper), Odenwald - Sternstein (66. Nuspahic). SR: Heist (Kassel). Tore: 1:0 Frommann (8.), 2:0 Krug (77.). Z.: 150. Foto: Hahn/nh

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