Elefantenhochzeit in Planung? Erste Gespräche geführt

Fusion der SG Hessen und des SVA Bad Hersfeld wird immer mehr zum Thema

Aus Gegnern könnten (schon bald) Teamkollegen werden: Unser Foto zeigt Hessen Hersfelds Roman Prokopenko (links) und Asbachs Johannes Schreiber im Pokalspiel im September. Foto: Eyert

Bad Hersfeld. Tun sie es – oder tun sie es nicht? Und wenn ja, wann tun sie es? Die Fusion der beiden führenden Hersfelder Fußballvereine SVA und SG Hessen/SpVgg wird derzeit nicht nur in der Hersfelder Fußballszene heißer diskutiert denn je.

Auch hinter den Kulissen scheint sich bereits einiges getan zu haben. Nach Informationen unserer Zeitung soll es bereits erste Sondierungsgespräche mit führenden Vertretern beider Klubs gegeben haben.

Bei der Jahreshauptversammlung der SG Hessen, die am heutigen Donnerstag im Clubheim an der Oberau stattfindet, steht die mögliche Fusion allerdings nicht auf der Tagesordnung. Oder besser gesagt: erst einmal nicht. Sie könnte aber zum Thema werden, falls Mitglieder vom Vorstand einen Bericht zur Sachlage verlangen.

Dem Vernehmen nach soll es im Vorstand des Hersfelder Traditionsvereins bereits ein einstimmiges Votum für Sondierungsgespräche mit dem SVA geben. Michael Ernst, kommissarischer stellvertretender Vorsitzender der SG Hessen, sagt auf Anfrage unserer Zeitung zumindest: „Ich kann nicht dementieren, dass wir uns intensiv mit einer Fusion beschäftigen. Die Entscheidung über die Fusion obliegt aber der Mitgliederversammlung, nicht dem Vorstand.“

Und so scheint es, als seien die Hersfelder die treibende Kraft im Bestreben, aus beiden Klubs möglichst bald schon einen zu machen. Dafür spricht auch, dass sich Ralf Jäger und Udo Jung, die beiden Vorsitzenden des Jugendfördervereins (JFV) Bad Hersfeld, zurückziehen wollen, solle „sich nichts bewegen“ wie es Jung gegenüber unserer Zeitung formuliert. Im Klartext heißt das: Wird es nicht in absehbarer Zukunft – wie 2011 auf Jugendebene geschehen – auch im Seniorenfußball zu einer Fusion kommen, muss sich der JFV nach neuen Führungsfiguren umsehen.

Das mögliche Zukunftskonzept für nur noch einen Hersfelder Fußballverein, der aus einer Fusion hervorgehen soll, haben die beiden bereits Anfang September auf der Jahreshauptversammlung des JFV vorgestellt. Es ist im Internet unter www.jfv-hef.de nachzulesen. „Der JFV und seine Verantwortlichen stehen voll hinter einer Fusion der beiden Stammvereine“, ist dort unter anderem zu lesen.

Auf Seiten des SVA scheint man es nicht ganz so eilig zu haben. Das hat natürlich auch mit der Struktur des Asbacher Vereins zu tun, der anders als die SG Hessen neben Fußballern noch auf die Abteilungen Gymnastik, Tanzen, Tennis und Tischtennis und insgesamt etwa 650 Mitglieder verweisen kann. „Wir müssen das Thema mit unseren Mitgliedern besprechen und natürlich auch zur Abstimmung bringen“, sagt Bernd Rudolph aus dem Vorstand des SVA. Er könne sich durchaus vorstellen, dass es in den eigenen Reihen Widerstand gegen eine Fusion geben könne.

Erstmal analysieren

Grundsätzlich sieht aber auch Rudolph die Zukunft von „erfolgreichem Hersfelder Fußball“ in einem Gesamtverein. „Wenn wir bei immer weniger Zuschauern und auch Spielern in den Vereinen in Zukunft qualitativ guten Fußball sehen wollen, müssen sich die Hersfelder Clubs irgendwann zusammenschließen“, sagt er. Zuvor sei aber genauestens zu analysieren, wie und wann das gelingen könne.

Von Sascha Herrmann

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