„Fast eine Offenbarung“

Mengsberg nach 1:5 abgeschlagen am Tabellenende – Bangen um Bechtel

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Die Köpfe sind unten: Mengsbergs Sportlicher Leiter Martin Kubitschko behandelt hier den verletzten Schlussmann Tobias Bechtel, der beim 1:5 gegen den SV Neuhof erneut der beste Spieler seines Teams war. 

Mengsberg. Das war eine ganz bittere Nummer: Die Fußballer des TSV Mengsberg gingen im Kellerduell der Verbandsliga mit 1:5 (0:2) gegen den SV Neuhof unter. Es war die elfte Niederlage im zwölften Spiel, womit das Schlusslicht den Anschluss an die Konkurrenz verlor. Drei Gründe, warum es wieder nicht klappte - und ein Lichtblick.

1. Ausfälle wiegen schwer: Eigentlich waren die Engelhainer mit einem breiten Kader in ihre vierte Verbandsliga-Saison gegangen. Doch es hakte schon in der Vorbereitung, die Trainer Selzer nie mit kompletter Kapelle bestreiten konnte. Dazu gesellten sich verletzungsbedingte Ausfälle von Schlüsselspielern: Torjäger Maxi Sack (15 Treffer im Aufstiegsjahr) und Daniel Hainmüller (Rückenbeschwerden) kamen bisher (fast) gar nicht zum Einsatz, Routinier Fabian Hett hat mehr Minuten verpasst als gespielt. Leon Hakaj verließ das Team zu Saisonbeginn.

Zu allem Überfluss fehlten im Kellerduell Kapitän Dardan Rama (Erkältung) und Top-Stürmer Dennis Dorfschäfer (Sperre). „Solche Ausfälle können wir nicht kompensieren. Das ist ähnlich heftig wie beim Abstieg vor drei Jahren“, sagt Hainmüller, der aktuell Coach Mario Selzer (Trauerfall) vertritt.

2. Einsatz reicht nicht: Gegen Neuhof wurde deutlich, dass einige Spieler (noch) nicht die Klasse für die Verbandsliga haben. „Das war schon fast ein e Offenbarung. Uns haben in der ersten Halbzeit Grundtugenden gefehlt“, sagt Hainmüller, der Laufbereitschaft, Härte in den Zweikämpfen und Mut vermisste. Noch vor der Pause empfahlen sich mehrere Akteure für den vorzeitigen Gang unter die Dusche. Es traf Sibahn Yousef, der auch angeschlagen war, weil der Rücken schmerzte und er schlecht Luft bekam. Fazit: Das aktuelle Team ist taktisch und konditionell schwächer als in der Rückrunde Gruppenliga.

3. Standards passen nicht: Wenn es spielerisch nicht läuf t, sind ruhende Bälle häufig ein probates Mittel. Zumal Mengsberg mit Alexander Wesner einen Hünen hat, der diese verwerten kann. Gegen Neuhof landeten aber sämtliche Standards von Marcel Reitz und Marcel Fischer in der Mauer oder in den Armen von Torwart Ahmed Hadzic. „Die Jungs wollen ja, aber sie zeigen derzeit im Spiel nicht das, was sie im Training machen. Als Trainer ist man da machtlos“, sagt Hainmüller.

4. Der Lichtblick: Nur 50 Zuschauer sind neuer Negativ-Re kord, auch in fast allen Statistiken zieren die Engelhainer klar das Tabellenende. Selbst beim zwischenzeitlich 1:2 durch den gut reagierenden Reitz nach einem Torwartfehler kam kaum Freude auf (48.). Einziger Lichtblick: Tobias Bechtel. Der 26-Jährige zeigte allein vor der Pause sieben Paraden. „Ohne Tobi hätten wir da schon ein Debakel erlebt“, weiß Hainmüller. Bei den Gegentoren durch Radek Görner (34.), Marko Curic (44.), Nikolcho Gorgiev (62.) und Bartosz Stachelski (73.) war er allerdings, weil von seinen Vorderleuten im Stich gelassen, machtlos.

Und: Danach musste der TSV-Schlussmann wegen einer schmerzhaften Bänderverletzung im rechten Sprunggelenk ausgewechselt werden. Und droht nun am Sonntag (15 Uhr) beim CSC 03 Kassel auszufallen. „Das geht auf die Moral, aber wir sind keine Schoppenmannschaft und werden uns wieder besser verkaufen“, gibt sich die Nummer eins kämpferisch. Der Treffer zum 1:5 durch Duvnjak (87.) kassierte dann TSV-Urgestein Jan Spannknebel, der sein Verbandsliga-Debüt feierte. • TSV: Bechtel (79. Spannknebel) - Krähling, Hesse, Dingel, Fischer - Schuchardt (58. Hett), Wesner - Yousef (38. Quehl), Fydrych, Reitz - Berneburg. SV: Hadzic - Antoniev, Zarevski, Manns, Gomez - Stachelski (72. Vranjes), Sosa Perez, Gorgiev (80. Ristevski), Duvnjak - Görner, Curic (79. Schmitt). SR: Kanwischer (Zierenberg). Z: 50. Tore: 0:1 Görner (34.), 0:2 Curic (44.), 1:2 Reitz (48.), 1:3 Gorgiev (62.), 1:4 Stachelski (73.), 1:5 Duvnjak (87.).

Von Sebastian Schmidt

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