Was ist denn da los?

Fußball-Verbandsliga: Doch noch keine Winterpause für TSG Sandershausen und Lichtenauer FV?

Müssen sie noch einmal vor der Winterpause ran? Die Sandershäuser um Trainer Dennis Schanze (rechts) und Kapitän David Altschmied (Zweiter von rechts) sollen am Sonntag in Lichtenau ein Nachholspiel bestreiten.
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Müssen sie noch einmal vor der Winterpause ran? Die Sandershäuser um Trainer Dennis Schanze (rechts) und Kapitän David Altschmied (Zweiter von rechts) sollen am Sonntag in Lichtenau ein Nachholspiel bestreiten.

Eigentlich wähnten sich die Verbandsliga-Fußballer der TSG Sandershausen in der Winterpause. Die letzte Partie des Kalenderjahres beim Lichtenauer FV war für den 14. November geplant. Diese fiel allerdings aus, weil es bei den Niestetalern drei Corona-Fälle gab.

Das Spiel sollte erst im neuen Jahr nachgeholt werden. Plötzlich wurde die Begegnung schon viel früher angesetzt. Bereits am Sonntag ab 14 Uhr soll die TSG in Lichtenau antreten. Was ist denn da los?

„Ich war schockiert und bin aus allen Wolken gefallen“, sagt Gerhard Rühlmann, stellvertretender Abteilungsleiter der Sandershäuser, zur Nachricht von Erhard Zink. Der Klassenleiter teilte der TSG am vergangenen Donnerstag mit, dass das Spiel nun doch vor der Winterpause nachgeholt werden soll. Als die Sandershäuser kurz nach der Absage vor drei Wochen bei Zink wegen eines Nachholtermins nachfragten, soll er gesagt haben, dass die Partie problemlos im Frühjahr ausgetragen werden kann. Auch aufgrund der angespannten Corona-Situation habe die TSG seitdem 15. November nicht mehr trainiert. „Das Spiel ist für uns unzumutbar“, sagt Rühlmann. Zum einen sei für die Spieler aufgrund des fehlenden Trainings die Verletzungsgefahr zu groß. Zum anderen sei es in der derzeitigen Pandemie-Lage nicht zu vertreten.

Den Sachverhalt und ihre Argumente, warum die Partie erst nach der Winterpause stattfinden soll, schilderten die Sandershäuser in einem Brief, den sie an den Verbandsfußballwart Thorsten Bastian, den Regionalbeauftragten Matthias Schmelz und an den Klassenleiter Zink schickten.

Die Gemütslage beim Gegner ist ähnlich. Als Erkan Kilci, Sportlicher Leiter der Lichtenauer, die Neuigkeiten von Zink erhielt, wollte er es zunächst gar nicht glauben. „Das letzte Mal gespielt haben wir am 7. November in Willingen, danach hatten wir noch Training, dann wurde das Spiel gegen Sandershausen abgesagt. Und weil wir vom Klassenleiter die mündliche Auskunft bekommen haben, dass dieses Spiel nicht mehr vor Weihnachten nachgeholt wird, haben wir uns alle direkt in die Winterpause begeben“, sagt Kilci.

„Ich will auf Nummer sicher gehen, dass es keine Klagen geben wird. Sollte die Saison im neuen Jahr wegen Corona wieder abgebrochen werden, dann hätten alle Teams 16 Spiele bestritten“, sagt Zink, der die mögliche Ansetzung in diesem Jahr als reine Vorsichtsmaßnahme bezeichnet.

Das Spannende: Die Konstellation im Tabellenkeller der Verbandsliga ist kompliziert. Mit der Partie zwischen Lichtenau und Sandershausen ist nur noch ein Spiel der Hinrunde nicht ausgetragen worden. Die Serie könnte nach den Regularien des Hessischen Fußball-Verbandes bei einem Abbruch aber auch jetzt schon gewertet werden. Denn: Mehr als 75 Prozent der Mannschaften haben 50 Prozent ihrer Saisonspiele absolviert.

Und genau an diesem Punkt wird es kurios: Bei einem Abbruch hätten die Sandershäuser nach derzeitigem Tabellenstand den Klassenerhalt sicher, weil sie den besseren Punktequotienten gegenüber der SG Ehrenberg und vier weiteren Teams aufweisen. Sie sind zwar punktgleich mit den Osthessen, haben aber ein Spiel weniger absolviert. Wenn sie allerdings die Partie gegen Lichtenau vor der Winterpause verlieren und die Saison dann abgebrochen würde, hätte Ehrenberg aufgrund des direkten Vergleichs den Klassenerhalt sicher. Die TSG müsste in diesem Fall in die Gruppenliga absteigen. (Horst Schmidt, Ralf Walle und Manuel Kopp)

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