Die Knie spielen nicht mehr mit

Roman Riedl und Alexander Bayer beenden ihre Fußballkarriere 

+
Räumt seinen Platz zwischen den Pfosten: Vellmars Schlussmann Alexander Bayer. 

Roman Riedl von Fußball-Gruppenligist FSK Vollmarshausen muss mit 39 Jahren seine Karriere beenden, Alexander Bayer vom Verbandsligisten OSC Vellmar trifft es mit 24 Jahren ungewohnt früh.

Der eine gehört seit einer gefühlten Ewigkeit zur heimischen Szene. Der andere hatte sich dort gerade erst etabliert. Nun hängen beide die Fußballschuhe an den Nagel. Roman Riedl von Gruppenligist FSK Vollmarshausen mit 39 Jahren im scheinbar dazu passenden Alter, Alexander Bayer vom Verbandsligisten OSC Vellmar als 24-Jähriger ungewohnt früh. Wir fragten nach.

Wer denkt, Riedl würde altersbedingt aufhören, der irrt. Das linke, bereits einmal operierte Knie spielt nicht mehr mit. Und auch Bayer macht der Körper einen Strich durch die Rechnung. Bei ihm ist es das rechte Knie. Freiwillig nimmt also keiner von beiden Abschied.

 Schmerz ist zu groß

„Ich hätte gern noch weiter gespielt. Luft und Kraft hätten noch gereicht“, sagt Riedl, dem allerdings die Unannehmlichkeiten zu groß wurden: „Ich war im Spiel nie schmerzfrei und zu sehr damit beschäftigt, den Schmerz zu unterdrücken. Schon beim Laufen hatte ich immer Probleme.“ So reifte der Entschluss zum Karriereende, und jetzt in der Winterpause vollzog Riedl den unliebsamen Schritt. 

Bayer hat bereits drei Operationen hinter sich. „Immer der Meniskus, immer die gleiche Stelle. Ich war bei fünf Orthopäden, und alle haben mir davon abgeraten, weiter zu spielen“, sagt der Torhüter. Auch ihm fällt der Abschied schwer. „Das ist eine große Umstellung. Ich habe Fußball gespielt, seit ich laufen konnte.“ Aber: „Mein Studium hat Priorität. Ich bin kurz vor dem Abschluss, musste es aber wegen des Knies zwischendurch auf Eis legen“, sagt der Lehramtsstudent für Sport und Politik.

Inzwischen ist Bayer guter Dinge. „Im Alltag bin ich mittlerweile fast beschwerdefrei. Was nicht geht, sind ruckartige, unkontrollierte Bewegungen.“ Wie eben beim Fußball. Ihrem Lieblingssport wollen beide verbunden bleiben. So planen sie den Erwerb der C-Lizenz und möchten ins Trainerfach reinschnuppern. Und Riedl nutzt die freie Zeit, um seine fußballspielende zehnjährige Tochter zu deren Begegnungen zu fahren. Ob er selbst bei Bedarf bei den Altherren aushelfen würde? „Ich bin noch nie ein Freund von Kniebandagen gewesen. Aber vielleicht würde ich mich dann doch mal breitschlagen lassen, eine anzuziehen und zu spielen“, sagt Riedl.

Für Bayer ist das kein Thema. Zumal er sich bereits offiziell verabschiedete. „Ich habe was zu essen und zu trinken in die Kabine gebracht und ein paar Worte gesagt Bei den Spielen werde ich aber schon vorbeischauen, weil es mit Mannschaft und Trainer immer super lief“, sagt er.

Ein Problem auf der Torhüterposition wird der OSC auch ohne Bayer nicht bekommen. Neben Max Annemüller steht auch Tobias Schlöffel nach beruflich bedingter Pause wieder zur Verfügung. Zumindest dann, wenn es sein Dienstplan bei der Polizei zulässt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.