Verbandsliga: Melsunger FV setzt Erfolgsserie fort – Bilderbuchkonter zum 3:0

Geduld und Leichtigkeit

Jubel aller drei Melsunger Torschützen beim 3:0 gegen Neuhof: (v.l.) Henrik Heinemann, Carlos Michel und Mario Kilian. Foto: Hahn

melsungen. Sogar der Spielertrainer geriet ins Schwärmen. „Schöner geht‘s nicht“, freute sich Timo Rudolph. Was war gemeint? Der souveräne 3:0-Erfolg seiner Mannschaft gegen den SV Neuhof? Oder der Ausbau der Serie des Melsunger FV auf vier Siege in Folge?

Nein. Am meisten war der Innenverteidiger vom Bilderbuchkonter zum dritten MFV-Treffer nach 72 Minuten angetan: Balleroberung am eigenen Strafraum durch Alexander Schmidt, der sucht und findet an der Außenlinie Mario Kilian, dessen direkte Weitergabe den durchgestarteten Nick Krug erreicht, der wiederum in vollem Tempo den mitgelaufenen Henrik Heinemann bedient, dessen Vollendung nur noch Formsache ist. Das war‘s für den Aufsteiger, der sich danach bei Torwart Dogus Albayrak bedanken konnte, nicht noch mehr unter die Räder zu geraten.

Kein Frage, die Bartenwetzer haben die Leichtigkeit entdeckt. Gerade auch in kniffligen Situationen. Bestes Beispiel: Kilians Treffer kurz vor der Pause zum 2:0, ebenfalls ein pfeilschneller Tempogegenstoß, dem eine Glanzparade von Rudolphs Trainerkollege Sascha Beetz gegen einen strammen Schuss von Radek Görner vorausgegangen war. Für SV-Trainer Alexander Bär „die Schlüsselszene“ in einem bis dahin durchaus ausgeglichenen Spiel.

Der wohl spielentscheidende Unterschied: Der MFV hatte es einfach raus, im richtigen Moment eiskalt zuzuschlagen. Auch ein Verdienst des emsigen Carlos Michel, der immer unterwegs war und mit Mario Kilian in der Spitze wunderbar harmonierte.

Exzellentes Umschaltspiel

„Unser Umschaltspiel ist so gut wie nie und macht uns unberechenbar“, erklärt der 19-Jährige. Damit auch seinen wichtigen Treffer zum 1:0 (18.). Hatten sich beide Teams zuvor weitgehend im Mittelfeld neutralisiert, war der Nachwuchsmann der Neuhofer Viererkette nach Grunewalds Pass erstmals blitzschnell entwischt und lochte geistesgegenwärtig ein.

Auch das Produkt einer erstaunlichen kollektiven Geduld, wenn es nicht von Anfang an fluppt und der Gegner Widerstand leistet. „Ja, wir haben am Anfang etwas tief gestanden und mussten uns erst finden“, bekannte Timo Rudolph.

Als das korrigiert war, ging indes die Post ab. Was nun auch Weidenhausen (Sa. 15.30 Uhr) zu spüren bekommen soll. Denn: „Mit solch‘ breiter Brust sind wir dort noch nie angereist.“ Um die eigene Serie fortzusetzen und die gegen die Adler (acht Niederlagen aus den letzten acht Spielen) zu beenden. • Melsungen: Beetz - Stöhr (60. Alex. Schmidt), Rudolph, Ruppert, Hermansa - Raabe, Bajic, Grunewald, Heinmann (87. Lohne) - Michel (68. Krug), Kilian. Neuhof: Albayrak - Citakoglu, Kaizar, Konecny (87. Bräuer), Vlk - Hasanagic, Agovic (57. Kalis) - Dapar, Heiliger, Moravcik - Görner. SR: Bauer (Fritzlar). -Z.: 150. Tore: 1:0 Michel (18.), 2:0 Kilian (44.), 3:0 Heinemann (72.).

Von Ralf Ohm

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