Mengsbergs Sechser spielte zwölf Jahre in Schwalmstadt und hat einen klaren Tipp

Hetts unverhofftes Wiedersehen

Immer dicht dran: Hier greift Mengsbergs Fabian Hett Korbachs Kevin Staniek (links) an. Im Hintergrund beobachten Marcel Eichler und (ganz hinten) Alexander Wesner die Szene. Foto: Worobiow/nh

Mengsberg. Ziemlich genau drei Jahre ist es her, da schien die Karriere von Fabian Hett beendet. Ärzte rieten dem damals 27-Jährigen wegen eines Knorpelschadens mit dem Fußballspielen aufzuhören. Lange 36 Monate Auszeit wurden es, ehe er im vergangenen Winter im Trikot des TSV Mengsberg einen letzten Anlauf nahm – und sich nun wie kein Zweiter auf das Derby der Verbandsliga gegen seinen Ex-Verein 1. FC Schwalmstadt freut (18 Uhr, Engelhain).

„Ohne Fußball geht es einfach nicht. Ich danke dem TSV für die Geduld mit mir“, gibt sich der Sechser demütig. Denn im vergangenen Sommer „lief es noch überhaupt nicht rund“. Zwei Operationen hatte er hinter sich. Ließ sich eigenen Knorpel verpflanzen und baute sich über gezieltes Fitnesstraining und Koordinationsübungen langsam auf. „Ich muss mit meinen Kräften haushalten“, weiß er.

Hett hatte das große Ziel, noch einmal mit Freunden wie Daniel Hainmüller, Dardan Rama und Marcel Eichler zu kicken. Fußballern, mit denen er sein halbes Sportlerleben verbracht hat. Zwölf Jahre lang schnürte er die Schuhe in Schwalmstadt. Erst ab der D-Jugend nach dem gemeinsamen Wechsel aus Mengsberg mit Hainmüller beim ESV Jahn Treysa, später beim FCS. 70 Partien in der Oberliga und 30 für den direkten Wiederaufstieg 2009 wurden es in der ersten Mannschaft bis 2011.

Sieg gegen SGE zum Debüt

Höhepunkte waren zwei Regionalpokal-Spiele gegen den KSV Hessen Kassel. Ein 1:1 am 15. September 2007 vor 750 Zuschauern am Fünftenweg gegen den heutigen Zweitligisten SV Darmstadt 98. Und nicht zuletzt sein Debüt zwei Wochen zuvor: Schwalmstadt bezwang die U 23 von Eintracht Frankfurt mit späteren Profis wie Jan Zimmermann und Faton Toski 3:1. Trainer der SGE war der bulgarische Ex-Nationalspieler Petr Houbtchev. Hett meisterte dabei die Rolle zusammen mit Marco Schmerer als Vertreter der beiden Platzhirsche Frank Jäger und Paul Graf spielend.

Doch nach dem Abstieg 2011 „brauchte ich einen Tapetenwechsel“. Ein freiwilliger Ausflug in die B-Liga Marburg zu Borussia Momberg. Als Spielertrainer. „Ich habe damals in Gießen Bewegung und Gesundheit studiert und wollte praktische Erfahrungen sammeln“, blickt der gebürtige Marburger zurück. Mit Momberg stieg er prompt auf und hielt das Team bis zu seiner schweren Verletzung souverän in der A-Klasse.

Tor zum Pokal-Triumph

Gleich zweimal kneifen muss sich Fabian Hett jetzt, wie positiv es am Engelhain läuft. Zwölf Einsätze hatte er als Stammkraft im Mittelfeld, eilte mit der Selzer-Elf von Sieg zu Sieg, zum Aufstieg, zum Pokalsieg. Ein komisches Gefühl war’s für den 30-Jährigen, weil er erstmals in Ziegenhain in die Gästekabine musste, ehe er als Torschütze den 2:0-Coup mit Mengsberg feierte. Klar, dass er das nun im ersten Ligaspiel bestätigen möchte. Augenzwinkernd grüßt er alte Spezis wie Jan-Philipp Trümner, Ricardo Seck und Marco Schwab und sagt: „Schwalmstadt ist der Favorit und soll auch eine tolle Serie spielen. Aber die sechs Punkte aus den Derbys habe ich für uns verbucht.“

Von Sebastian Schmidt

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