Ricardo Seck bittet Region im Interview um Unterstützung

„Ich bin megastolz“

Schenkten sich nichts: Schwalmstadts Ricardo Seck (oben) und Ederberglands Kapitän Felix Nolte.

Ziegenhain. Ricardo Seck ist der dienstälteste Fußballer des 1. FC Schwalmstadt. Seit 2009 gehört er zur ersten Mannschaft. Nach dem verpassten Aufstieg in die Hessenliga gab er sofort den Mutmacher („Kopf hoch, Jungs - nächstes Jahr sind wir dran“) und stellte sich zum Interview bereit.

Wieder jubelt Ederbergland in Ziegenhain. Wie sehr schmerzt das?

Ricardo Seck: Klar, bin ich enttäuscht. Aber die Situation ist eine andere. Vor drei Jahren hätte ein einfacher Sieg gereicht, wir waren mit einem Bein aufgestiegen. Jetzt hätte viel zusammen kommen müssen. Nach dem 1:0 gab es zwei, drei Situation, die uns Hoffnung gegeben haben. Nach dem 1:1 war’s dann rum.

Was überwiegt: Trauer, weil es nicht gereicht hat, oder Stolz auf eine starke Serie?

Seck: Auch wenn einige ein paar Tränen verdrückt haben: Ich bin megastolz. Es war mir eine Ehre! Wir mussten nach dem Abstieg noch enger zusammen rücken. Das haben wir getan. Der Aufstieg wäre eben die Krönung gewesen.

Am Aufschwung haben Sie einen großen Anteil, absolvierten ihre stärksten Saison. Welche Rolle spielte dabei Ihre neue Position?

Seck: Zuerst habe ich das kritisch gesehen, als ich nach den Verletzungen von Peter Liebermann und Jan-Philipp Trümner als rechter Außenverteidiger ran sollte. Aber mittlerweile gefällt mir das. Ich habe das Spiel vor mir und kann meine Lauf- und Sprintstärke ausspielen. Gegen Ederbergland hätte ich mir allerdings gewünscht, mehr in Szene gesetzt zu werden.

Warum war Ederbergland letztlich cleverer?

Seck: Weil ihnen gewiss war, dass ein Tor wohl schon reicht. Wir mussten was machen, die konnten verwalten und auf Konter spielen.

Taktisch wirkt das Team verbessert. Was fehlt noch zur Hessenliga?

Seck: Uns fehlt noch Breite. Gegner wie Meister Steinbach oder Darmstadt in der Aufstiegsrunde konnten Eins-zu-eins auswechseln. Wir hatten viele Verletzte. Im Sturm war Leon Lindenthal zum Beispiel total auf sich allein gestellt. Und dann vermisse ich noch etwas.

Das wäre?

Seck: Wir brauchen noch mehr Unterstützung aus dem Umfeld. Wir sind hungrige Jungs aus der Region und wollen zusammen etwas bewegen. Steven Preuß ist etwa aus Felsberg nach Treysa gezogen. Sefa Cetinkaya aus Baunatal zurück, weil es ihm bei uns super gefällt. Das Potenzial ist da, aber Zuschauer fehlen.

Von Sebastian Schmidt

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.