Rothwestens Stadionsprecher über TSV-Erfolge und seine Einsätze an Ostern

Sorgt für Stimmung bei den Spielen des TSV Rothwesten: Stadionsprecher Jürgen Blaschke. Foto: Fischer

Rothwesten. Die Mannschaft ist bereit. In wenigen Sekunden betritt Fußball-Verbandsligist TSV Rothwesten den Rasen im heimischen Bergstadion. Jürgen Blaschke hat bereits die Hand an der Musikanlage. Dann laufen die Spieler ein, und aus den Boxen dröhnt „Der Berg ruft“. So ist der Ablauf immer bei einem Heimauftritt der Fuldataler in der sechsthöchsten Klasse.

Als dieses Lied der Gruppe K2 die Hitparaden stürmte, war der eine oder andere TSV-Akteur noch gar nicht geboren. Zurzeit macht sich Rothwesten als Fünftplatzierter auf, in der Staffel Nord den Relegationsplatz zu erklimmen. Am Osterwochenende kann das Team von Patrick Klein in den Partien gegen den SSV Sand (Samstag, 15.30 Uhr) und die SG Bad Soden (Sonntag, 15 Uhr) den Nimbus der Unbesiegbarkeit im Kalenderjahr 2016 wahren. Auf die Elf vom Bergstadion wartet viel Arbeit - aber auch auf Stadionsprecher Blaschke.

SO BEGANN ES 

Seit 1982 sitzt der heute 62-Jährige beim TSV am Mikrofon. Rothwesten kickte während dieser Zeit in der damaligen B-Klasse. Blaschke, 1980 im Alter von 27 in den Vorstand gewählt, hatte schon als Jugendlicher gern am Plattenteller gestanden und als Discjockey gejobbt. „Ich wollte bei den Spielen mehr Leben reinbringen“, berichtet er von seinen Anfängen, „das gab es bis dahin sonst allenfalls bei höherklassigen Klubs in der Region.“ Er ist praktisch Vorreiter.

SO GING ES WEITER 

Für Rothwesten ging es Schritt für Schritt weiter nach oben - zunächst unter dem Trainer Harald Hoppe, später unter Verantwortlichen wie Horst Schmidt sowie immer wieder unter Gerhard Siewert. Erst nach 27 Jahren in verschiedenen Führungspositionen verabschiedete sich Blaschke aus dem Vorstand - der Mann am Mikro blieb er jedoch. Wenn die erste und die zweite Vertretung im Einsatz sind, hat er mehr als sechs Stunden gut zu tun. „Einige unserer Jungs kennen ihn schon von kleinauf. Jürgen ist eine Institution, er lässt sich auch immer etwas Neues einfallen“, lobt TSV-Macher Gerhard Siewert seinen Mitstreiter, der auch sein Schwager ist. Die Zuschauer kommen auch schon mal vor einer Partie zu Blaschke, um zu erfahren, warum ein bestimmter Spieler heute fehlt.

SO IST ES HEUTE 

Der 62-Jährige stellt sich in diesen Tagen vor allem eine Frage: „Wo soll das noch hinführen?“ Zwar freut er sich über die Erfolge des TSV, weiß aber auch, dass der Verein bei einem möglichen Hessenliga-Aufstieg an Grenzen stoßen würde. Schon die Verbandsliga bedeutet große wirtschaftliche Herausforderungen. Dennoch fiebert er auf seinem Platz mit dem Team mit: „Wenn ich einen Treffer von Torjäger Andi Geisler durchsagen muss, dann betone ich das schon besonders.“ Ob Blaschke dies auch an diesem Wochenende kann?

Hintergrund

„Lebt Euren Traum weiter“, hat Gerhard Siewert nach dem 2:1-Sieg des TSV Rothwesten beim 1. FC Schwalmstadt vor einer Woche zu den Spielern gesagt. Der Vorsitzende des Fuldataler Fußball-Verbandsligisten genießt die Erfolge, die das Team einfährt: „Relegation wäre das Geilste, was wir je erlebt haben.“ Allerdings warten mit dem Neunten Sand und Bad Soden zwei echte Prüfsteine. Die Sprudelstädter haben zwei Partien weniger als der TSV bestritten, haben aber einen Zähler mehr auf dem Konto und liegen an Position vier. Rothwesten muss auf den gesperrten Maxi Werner verzichten. Alexander Schrenke steht wieder im Training, ein Einsatz käme aber noch zu früh.

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