Interview mit Fabian Kallée, dem neuen Trainer des SVA Bad Hersfeld

In seinem Element – bis jetzt: Stürmer Fabian Kallée. Sein neuer Platz ist an der Seitenlinie des SVA. Foto: Eyert

Asbach. Das Debüt kommt im Auswärtsspiel: Bis zum Ende der Saison ist Fabian Kallée der Mann an der Seitenlinie des Fußball-Verbandsligisten SVA Bad Hersfeld.

Das hat der Verein nach dem Rücktritt von Ante Markesic zu Wochenbeginn entschieden. Am Sonntag spielt der SVA ab 15 Uhr beim KSV Baunatal II. Wir sprachen mit Kallée.

Herr Kallée, vor ein paar Wochen haben Sie selbst noch auf dem Platz gestanden, jetzt sind Sie Trainer der ersten Mannschaft. Wie überraschend kam das für Sie? 

Kallée: Natürlich sehr überraschend. Ante Markesic hat am Sonntagabend seinen Rücktritt erklärt. Ich war am Wochenende gar nicht zu Hause, habe davon per SMS erfahren. Am Montag habe ich dann einen Anruf vom Vorstand bekommen, ob ich das Traineramt für den Rest der Saison übernehmen würde. Am Dienstag haben wir uns zusammengesetzt. Uns ist klar: Es gibt in dieser Situation keine Ideallösung. Aber genauso klar ist: Ich lasse meine Mannschaft und meinen Verein jetzt nicht hängen.

Welchen Eindruck haben Sie von der Stimmung in der Mannschaft?

Kallée:  Die Jungs waren geschockt von Ante Markesics Rücktritt, gerade nach dem Sieg gegen Vellmar. Damit hat niemand gerechnet, das ist auch nicht einfach zu verarbeiten. Ich habe der Mannschaft am Dienstag Lauftraining verordnet, damit die Köpfe erst mal frei werden. Aber ab jetzt heißt es: Blick nach vorn und nicht mehr zurück!

Gibt es überhaupt etwas, was Sie der Mannschaft in so kurzer Zeit mitgeben können? 

Kallée:  Zwei Einheiten sind da natürlich viel zu kurz, da kann man überhaupt nichts Grundlegendes ändern. Aber man muss auch ganz klar sagen, dass Ante Markesic ja hier hervorragende Arbeit mit der Mannschaft geleistet hat.

Ante Markesic hat von Unstimmigkeiten im Verein gesprochen und davon, dass Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Sie sind ja sehr nahe an der Mannschaft - wissen Sie, was er damit gemeint haben könnte? 

Kallée:  Ja, das kann ich mir schon vorstellen. Da gibt es ein paar Dinge, die haben nicht ideal funktioniert. Nur so viel: Wir müssen in Zukunft mehr und offener miteinander reden. Probleme müssen deutlicher angesprochen werden als bisher.

Der SVA war in der vergangenen Saison auf einem guten Weg, auch die Hinserie war ja zunächst noch zufriedenstellend. Wie konnte es zu solch einem Leistungseinbruch mit elf sieglosen Spielen vor dem Sieg gegen Vellmar kommen? 

Kallée:  Das hat eine ganze Menge Gründe, glaube ich. Und es beginnt damit, dass wir wahrlich keine ideale Saisonvorbereitung hatten. Einige Spieler waren durch Studium, Beruf und Urlaub längere Zeit nicht bei der Mannschaft, dann kamen Verletzungssorgen dazu. Manche konnten kaum trainieren. Das sind dann viele Kleinigkeiten, die sich summieren. Dazu kam, dass die Gegner sich auch besser auf uns eingestellt haben.

Generell müssen wir sagen: Mit unserem Kader können wir in der Liga 40 bis 42 Punkte holen, alles, was darüber liegt, ist ein Bonus. Und dann springt eben mal Platz sechs heraus, mal geht es aber auch weiter runter wie im Moment. Im Mittelfeld dieser Verbandsliga kann jeder jeden schlagen.

Für die zweite Mannschaft waren Sie auch noch als Spieler aktiv. Werden wir Fabian Kallée auch in der ersten Mannschaft wieder stürmen sehen? 

Kallée:  Also, ich weiß schon noch, wie man sich die Fußballschuhe zubindet, wenn es wirklich sein muss. Aber geplant ist das nicht. Geplant ist, dass ich nur auf der Trainerbank sitze.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.