HNA-Interview

Torwart des KSV Hessen Kassel II schießt spektakuläres Tor

Normalerweise Torwart, diesmal als Stürmer aufgeboten: Hessen Kassels Reserveschlussmann Dario Arndt (grünes Trikot) sicherte dem KSV Hessen II ein 3:3 in Vellmar. Archivfoto: Schachtschneider

Kassel. Den Tag wird Dario Arndt so schnell nicht vergessen. Der etatmäßige Torwart des KSV Hessen Kassel II musste im Heimspiel der Fußball-Verbandsliga Nord gegen den OSC Vellmar als Stürmer ran.

Und erzielte nach seiner Einwechselung im Stile eines Stürmers aus der Drehung den Treffer zum 3:3-Endstand. Es war allerdings nicht das einzige Erfolgserlebnis für Arndt an diesem Tag, wie der 19-Jährige im Interview mit dieser Zeitung erklärt.

Dario Arndt, Glückwunsch zum späten Treffer. 

Dario Arndt: Vielen Dank. Ich habe das Tor natürlich am Muttertag meiner Mama gewidmet. Richtig zufrieden war ich natürlich trotzdem nicht, weil wir gegen den Tabellenletzten nur unentschieden gespielt haben.

Verraten Sie uns bitte eines: Welcher Torwart trainiert Schüsse aus der Drehung? 

Arndt: Ich hatte am Vormittag noch Torwart-Training mit Tobi Schlöffel. Da hatten wir ein Wettschießen um ein Gebäckstückchen ausgetragen - und das hatte ich auch schon gewonnen. Vielleicht war ich beim Spiel am Nachmittag immer noch in Treffer-Laune.

Welche Reaktionen haben Sie auf Ihren Erfolg erhalten? 

Arndt: Es gab per SMS und Whatsapp einige Glückwünsche von aktuellen und ehemaligen Weggefährten. Wobei einige von ihnen es erst gar nicht glauben konnten und fragten, ob ich das wirklich gewesen sei.

Wie kam es überhaupt, dass Sie als Feldspieler eingesetzt wurden? Eigentlich war Ihnen doch die Rolle als Ersatztorwart zugedacht. 

Arndt: Ja, das stimmt. Ich hatte zuvor Sonntag und Mittwoch gespielt, weshalb diesmal Christoph Winterhagen zwischen die Pfosten rücken sollte. Nun war aber unser Kader dezimiert. Und weil dann zur Pause zwei weitere Spieler verletzt waren, schickte mich unser Coach Jens Wörner zum Warmmachen - und auf einmal war ich vorn drin. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

Keine Spur von Nervosität? 

Arndt: Meine ersten Aktionen gingen daneben. Darüber habe ich mich selbst am meisten geärgert. Als Torwart sollte man heutzutage trotzdem ganz gut mit dem Ball umgehen können. Ich hatte nichts zu verlieren.

Inwieweit sind Sie jetzt ein heißer Kandidat für einen Einsatz im nächsten Derby am kommenden Sonntag beim KSV Baunatal II? 

Arndt: Gar nicht. Ich habe gern geholfen. Aber am liebsten unterstütze ich die Mannschaft doch von hinten. Außerdem glaube ich, dass meine Kollegen das auch ohne mich schafffen.

Sie gehören auch zum erweiterten Kader der ersten KSV-Mannschaft. Welche persönlichen Ziele verfolgen Sie mit den Löwen? 

Arndt: Aktuell bin ich dritter Torwart. Es steht allerdings fest, dass ich Kassel im Sommer verlassen werde. Ich möchte nach meinem Abitur woanders ein Studium beginnen und werde mir dort auch einen Verein suchen. Dabei will ich schon weiter höherklassig aktiv sein. Jetzt will ich aber erstmal die erste Mannschaft im Training unterstützen. So möchte ich einen Beitrag dazu leisten, dass das Team am Mittwoch im Hessenpokal-Finale gegen Gießen triumphiert.

Zur Person

Dario Arndt, 19 Jahre alt und ledig, ist Schlussmann des KSV Hessen Kassel II. Im vergangenen Sommer holte ihn KSV-Torwarttrainer Michael Gibhardt vom BC Sport zu den Junglöwen. Arndt hat gerade sein Abitur am Engelsburg-Gymnasium gebaut.

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