Verbandsliga: MFV schafft zum ersten Mal seit Wiederaufstieg drei Siege in Folge

Ist die launische Diva gezähmt?

Da jubeln zwei Melsunger Torschützen: Carlos Michel (l.) und Mario Kilian, die nun auch gegen Neuhof treffen wollen. Foto: Hahn

Melsungen. Wenn die Erinnerung an etwas schwer fällt, kann das auch daran liegen, dass es zuvor noch nie passiert ist. Während etwa so mancher Fan des Melsunger FV 08 nach dem 4:0 des heimischen Fußball-Verbandsligisten gegen die SG Schauenburg vergeblich darüber grübelte, wann denn seine Mannschaft das letzte Mal drei Meisterschaftsspiele in Folge gewonnen hatte, hatte Nils Weigand die Antwort parat: Seit dem Wiederaufstieg 2010 noch nie.

„Damit haben wir Historisches geschafft“, freute sich der MFV-Vorsitzende. Ganz besonders darüber, dass seine Schäfchen jahrelang als launische Diva galten, die zwei guten und erfolgreichen Spielen fast postwendend eine (häufig vermeidbare) Schlappe folgen ließen. „Eine Wundertüte“, wie Torjäger Mario Kilian sich und die Seinen beschreibt.

Damit schlugen sich seit Peter Orlowski fast alle Übungsleiter der ersten Mannschaft herum, so dass sich das neue Trainerduo Beetz/Rudolph auch das Ziel auf die Fahnen geschrieben hatte, dem Team endlich mal Konstanz einzuhauchen. „Unsere dauernden Appelle scheinen zu fruchten“, gibt sich Sascha Beetz noch vorsichtig. Immerhin glaubt er daran, „dass jeder Spieler begriffen hat, dass er mit uns als Trainergespann, das auch selbst auf dem Platz steht, mehr Verantwortung übernehmen muss.“ Eben auch dafür, sich gegen jeden Gegner in jedem Spiel voll rein zu hängen.

Dazu kommt ein gewachsenes Selbstvertrauen, das die Spieler intuitiv das Richtige tun lässt. Mario Kilian etwa. Wie der Torjäger mit nur einem Kontakt so manchen brandgefährlichen Angriff einleitete und seine Nebenleute auf die Reise schickte - eine Augenweide.

Noch spektakulärer sein Tor zum 2:0 gegen den Aufsteiger: Elegant legt er sich den Ball am gegnerischen Strafraum zurecht, lässt dabei zwei Gegenspieler aussteigen und mit einem feinen Schlenzer an den Innenpfosten Torwart Hischemöller keine Chance. „Diese Leichtigkeit hat mir in der letzten Saison gefehlt“, erklärt der 26-Jährige sein Kabinettstückchen.

Nagelprobe gegen Neuhof

Sieht aber sein Team, was ihre (frühere) Wankelmütigkeit angeht, noch nicht endgültig über den Berg. Die „Nagelprobe“ steht am morgigen Mittwoch (18.30 Uhr Freundschaftsinsel) gegen den nächsten Aufsteiger SV Neuhof an: „Da wollen wir unseren Sieg gegen Schauenburg vergolden.“ Es wäre der vierte in Folge, den Vereinschef Weigand genauso wie den dritten kommentieren könnte. Mit weniger Skepsis allerdings und mehr Hoffnung, dass die unsteten Zeiten beim MFV wirklich vorbei sind.

Von Ralf Ohm

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