FCS-Stürmer avanciert mit Energieleistung zum Matchwinner beim 3:1 in Willingen - Berger hilft aus

Leon Lindenthal macht‘s vor

Abenddämmerung im Willinger Hoppecke-Stadion und zwei glückliche Schwalmstädter: Lars Berger (l.) , der kurzzeitig vom Torwart-Trainer des FCS zum Torwart aufstieg, und Leon Lindenthal, der beim 3:1 ein Tor erzielte und ein weiteres vorbereitete. Foto: Ohm

Willingen. Eigentlich ging da nichts mehr. Nach einem Tritt in die Wade in der 60. Spielminute krümmte sich Leon Lindenthal mit schmerzverzerrten Gesicht am Boden, rappelte sich irgendwie auf, um sich dann auf dem satten Grün des Hoppecke-Stadions zunächst nur noch humpelnd fortbewegen zu können. „Ich dachte, es ist vorbei“, sagte der Angreifer des 1. FC Schwalmstadt.

Ähnliches wurde auch auf der Bank des heimischen Fußball-Verbandsligist gemutmaßt, denn dort machte sich André Karl für die Auswechslung bereit. Doch Trainer Christoph Keim zögerte noch, fragte bei seinem angeschlagenen Schützling nach und der signalisierte: „Es geht noch.“. Und wie! In der 71. Minute angelte sich der 20-jährige Stürmer am gegnerischen Strafraum den Ball, schaltete den Turbo ein, zog unwiderstehlich Richtung Tor und zirkelte den Ball in den Winkel. Das 2:1 für die Gäste und für den FCS-Coach „die Schlüsselszene“ zum 3:1 (1:1)-Erfolg beim SC Willingen.

Sie symbolisierte, wie Abstiegskampf funktioniert. Wie einer voraus- und dabei übers eigene Limit geht und so die anderen mitzieht. „Wir haben uns durchgebissen“, beschrieb Christoph Keim das Erfolgsrezept. Meinte den reaktivierten Lars Berger im Tor, der allein schon mit seiner Erfahrung und seiner Präsenz der Schwälmer Viererkette Halt gab, die wiederum mit dem überragenden Jakob Gerstung im Zentrum nichts anbrennen ließ. Meinte sein Mittelfeld, „das nach hinten hervorragend absicherte“. Und meinte seinen jungen Offensivmann, der auf die Zähne biss, nach seinem Husarenstreich „wie im Tunnel“ agierte und mit einem tollen Flügellauf auch noch das 3:1 durch Patrick Herpe (83.) vorbereitete.

Endlich. Der Knoten war geplatzt, der Widerstand des seit Schumanns Gelb-roter Karte (58.) numerisch dezimierten Tabellenfünften gebrochen, das zähe Ringen der ersten Hälfte Vergangenheit. Da fand Schwalmstadt zwar schnell in die Zweikämpfe, ließ stetig weniger zu, ohne aber selbst gefährliche Aktionen kreieren zu können. Die Unruhe steigerte sich, als Yannik März den Ball nach einem Plonka-Freistoß auch noch ins eigene Tor lenkte (29.).

Eine knifflige Situation, keine Frage. „Da haben wir die Kontrolle verloren“, gestand Leon Lindenthal. Beim Wiederfinden half der Schiedsrichter etwas mit, ahndete Wilke Textilprobe im Strafraum gegen Kevin Kutzner mit einem Elfmeter, den Patrick Herpe kurz vor der Pause (43.) zum 1:1 verwandelte – die „Erlösung“ (Keim).

Schwalmstadts Matchwinner wurde dann doch noch ausgewechselt. Nach 86 Minuten. Und unter dem warmen Beifall auch der Willinger Zuschauer. • Schwalmstadt: Berger – Dietz, Lerch, Gerstung, März – Kaquri, Kutzner – Schwalm (81. Liebermann), Herpe, Seck – Lindenthal (86. Karl). SR: Eick (Alsfeld). Tore: 1:0 März (29.Eig.), 1:1 Herpe (43. FE), 1:2 Lindenthal (71.), 1:3 Herpe (83.).

Von Ralf Ohm

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