Schwalmstadt beim 0:3 in Darmstadt unter Wert geschlagen – nach Gegentor ging die Ordnung verloren

Lutz: „Das wirft uns nicht um“

Hatte im Angriff einen schweren Stand: FCS-Sturmspitze Leon Lindenthal (vorn), hier angegriffen von Ali Mehmet Koyuncu.

darmstadt. Natürlich waren sie niedergeschlagen. Selbstverständlich ließen sie nach dem Schlusspfiff die Köpfe hängen. Aber nicht lange. Dann wich Trotz der Enttäuschung, machte sich nach der ersten Betrachtung der Auftaktniederlage in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Hessenliga bei den Spielern des 1. FC Schwalmstadt sogar Zuversicht breit.

„Das wirft uns nicht um“, erklärte Mittelfeldmann Matthias Lutz nach dem 0:3 bei RW Darmstadt. Ein Favoritensieg, der Kapitän Preuß sogar Mut machte: „Für unsere junge Mannschaft war diese Partie durchaus ein Schritt nach vorn. Sie hat gemerkt, dass da was geht.“ Eine Erkenntnis, die ihr zu einem Sieg im zweiten Aufstiegsspiel gegen Ederbergland (Sa. 17 Uhr) verhelfen soll.

Allerdings: Genau in der Phase, als der FCS dank formidabler taktischer Einstellung Ball und Gegner zu kontrollieren und der Gastgeber seinen Schrecken zu verlieren schien, schlug dieser zu, richtete die Verhältnisse wieder zurecht, schockte den Außenseiter. „Dieses Tor hat uns arg zu schaffen gemacht“, meinte Außenverteidiger Ricardo Seck. Umso mehr, „als wir bis dahin alles im Griff hatten.“

Und immer mutiger auftraten - für den Geschmack von Trainer Hans Schweigert schließlich sogar zu mutig. Denn: Zu weit aufgerückt liefen seine Schützlinge den Südhessen ins offene Messer. Beim 1:0 (20.) reichte ein einziger langer Pass von David Ankido, um die Schwälmer Viererkette auszumanövrieren.

Für RW-Coach Kelvin King war‘s der „Türöffner“, weil „uns dieses Tor nach nervösem Beginn beruhigt hat.“ Beim Gast hatte es die gegenteilige Wirkung. Auf einmal gingen die meisten Zweikämpfe im Mittelfeld verloren, auf einmal wackelte die Deckung, auf einmal tauten die bärenstarken Darmstädter Offensivkräfte um den wieselflinken Nguyen so richtig auf. So ärgerlich das zweite Gegentor wegen eines Missverständnisses zwischen Torwart Nikocevic und Preuß ging (34.) auch war, so glimpflich kam der FCS danach davon, als Christopher Nguyen, Andreas Klug und Christopher Felter klarste Möglichkeiten liegen ließen. „Wir wurden immer unsicherer“, bekannte Stürmer Leon Lindenthal.

Trotzdem. Verzagen galt nicht. In der zweiten Halbzeit war Schwalmstadt deutlich um Initiative bemüht. Das reichte, um den Gegner vom eigenen Tor fern zu halten, nicht aber, um Chancen zu kreieren. Und mündete in ein Strohfeuer sowie eine deutlich abgekühlte Begegnung: Eine Mannschaft wollte, konnte jedoch nicht so recht. Die andere wollte nicht, musste den Beweis aber auch nicht mehr antreten, dass sie konnte. Weil es ihr reichte, ihren Vorsprung nach Hause zu bringen. „Wir konnten nicht mehr zulegen“, gestand Steven Preuß.

Also ordnete sein Coach Schadensbegrenzung an. Die nicht so recht gelang, Weil Christopher Nugyen seine überragende Leistung noch mit einem Tor krönte (85.). Und der FCS schließlich weit unter Wert geschlagen wurde. Was der indes recht schnell erkannte und daraus seine positiven Schlüsse zog. • Darmstadt: Scholz - Scheurich, Windeck, Uzun, Götz (86. Barusic) - Ankido - Felter (46. Förster), Koyuncu, Nguyen - Klug, Dillmann (73. Schwarz). Schwalmstadt: Nikocevic - R. Seck, Lerch, F. Seck, Kutzner - Preuß, März (65. Hakaj) - Cetinkaya, Lutz, Wolf - Lindenthal (76. Fey). SR: Weickenmeier (Frankfurt). Tore: 1:0 Ankido (20. FE), 2:0 Windeck (34.), 3:0 Nguyen (85.).

Von Ralf Ohm

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