Hypothek der Niederlagenserie vor Winterpause zu groß – Sonntag gegen FCS – Kapitän Schmidt bleibt an Bord

Melsunger Abstieg vor Derby besiegelt

Seine Mission ist beendet: Hubert Schramowski, der die Mannschaft nach der Winterpause übernahm. Fotos: Hahn

Melsungen. Nun ist‘s amtlich: Der Melsunger FV steigt nach sechs Jahren aus der Fußball-Verbandsliga ab. Für diese Gewissheit hat der 1. FC Schwalmstadt mit seinem 3:1-Erfolg in Willingen gesorgt. Selbst ein Sieg im kommenden Derby gegen die Schwälmer (So. 15 Uhr Freundschaftsinsel) würden den Bartenwetzern nichts mehr nutzen.

Angesichts der aussichtslosen Tabellensituation als abgeschlagener Vorletzter keine Überraschung. Trotzdem war‘s für Kapitän Hendrik Schmidt „ein kleiner Schock“, dass nun auch das letzte Fünkchen Hoffnung gestorben ist: „Klar haben wir damit gerechnet. Doch es tut trotzdem weh.“

Umso mehr, als sich die Mannschaft den Absturz selbst zuzuschreiben hat. „Wir haben uns auf unserem guten Start ausgeruht und danach die nötige Konsequenz vermissen lassen, den Abwärtstrend aufzuhalten“, gesteht der 27-Jährige. Denn: 14 Punkten aus den ersten sieben Spielen folgten 13 Partien ohne Sieg (und davon elf Niederlagen) – eine Hypothek, die letztlich nicht mehr zu kompensieren war.

Auch nicht vom zur Winterpause verpflichteten Hubert Schramowski als Nachfolger des entlassenen Spielertrainerduos Sascha Beetz und Timo Rudolph. Der Guxhagener fand laut Hendrik Schmidt „eine völlig verunsicherte Mannschaft“ vor. Die ließ darüber hinaus die nötige Geschlossenheit und Entschlossenheit vermissen, um den den Schalter noch mal umzulegen.

„Einige habe nicht so mitgezogen, wie es nötig gewesen wäre“, kritisierte der MFV-Coach. Der hatte frühzeitig auf die Missstände wie eine schwache Trainingsbeteiligung hingewiesen, ohne sie abbauen zu können. Dazu dünnten Verletzungen den Kader aus. So fand eine Aufholjagd nach der Winterpause bei nur zwei Siegen aus elf Spielen nicht mal in Ansätzen statt.

Derweil hat der Vorstand längst die Planungen für die Gruppenliga in Angriff genommen. „Wir müssen die Mannschaft verjüngen“, beschreibt Vorsitzender Nils Weigand ein Ziel seiner Personalpolitik. Darüber hinaus gilt es mit Sascha Beetz (zum SSV Sand), Boris Bajic (Spangenberg) und Christoph Grunewald (Edermünde) mindestens drei Leistungsträger zu ersetzen. Als Zugänge stehen bisher Mittelfeldspieler Maximilian Kördel (vom TSV Wabern), Angreifer Edgar Lück (TuSpo Guxhagen), Innenverteidiger Pere Pavic (FSC Lohfelden) und Offensivspieler Andre Schnell (TSG Wattenbach) fest. Dazu mit Uwe Zenker (Rengershausen) ein neuer Trainer.

Hendrik Schmidt, seit fünf Jahren ein 08er, bleibt dem Club erhalten. In der Hoffnung, „die Neuzugänge schnell zu integrieren“, um dann „oben mitspielen zu können“. Und den aktuellen Abstieg schnell reparieren zu können. Wie in der Saison 2009/2010, als prompt der Wiederaufstieg gelang.

Von Ralf Ohm

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