Verbandsliga-Derby: MFV verschläft erste Halbzeit und wird bestraft - TSV-Trainer Selzer lobt Teamgeist

Mengsberger Konter saßen

Ausgelassene Freude über den unverhofften Derbysieg: die TSVer (von links) David Fitzke (verdeckt), Mirco Kleinmann, Gökhan Fidan und Andrzej Fydrych. Foto: Kasiewicz

Melsungen. Nach knapp einer Stunde ging‘s quasi von vorne los. Und es standen zwei Fragen im Raum. Kriegt Favorit Melsungen 08 nach langen Anlaufschwierigkeiten im Schwalm-Eder-Duell der Verbandsliga doch noch die Kurve? Und: Knickt der Außenseiter TSV Mengsberg, der gerade durch Nick Krug den Ausgleich zum 1:1 kassiert hatte, ein oder kann er noch mal reagieren? Die Antwort schossen die Gäste heraus. Durch Gökhan Fidan (73.), Marcel Reitz (84.) und Dennis Dorfschäfer (90.), die der Elf vom Engelhain auf der Freundschaftsinsel einen 4:1 (1:0)-Derbysieg und neue Hoffnung im Abstiegskampf bescherten.

„Drei lange Bälle und dreimal hat‘s bei uns geklingelt“, fasste MFV-Angreifer Krug die Entscheidung zusammen. Kopfschüttelnd, „denn eigentlich hatten wir nach dem 1:1 doch alle Trümpfe in der Hand, um die Partie zu kippen.“ Und die Chancen dazu. Doch sie wurden allesamt - teilweise kläglich - vergeben. Und einmal, bei Michels Lattenkopfball, hatte TSV-Torhüter Girschikofsky auch das Glück des Tüchtigen.

Vorne brauchten das die Mengsberger nicht, denn sie schlossen ihre Konter beinahe traumhaft sicher ab. „Wir haben die sich bietenden Räume sehr gut genutzt“, lobte TSV-Trainer Selzer seine Mannen. Natürlich sei ihnen dabei auch der Gegner mit dessen „Alles-oder-Nichts“-Taktik entgegen gekommen, als Hendrik Schmidt aus der Viererkette in den Angriff beordert wurde.

Für Sascha Beetz keineswegs spielentscheidend: „Wir waren auf die langen Bälle eingestellt, sind aber dann in den entscheidenden Zweikämpfen viel zu zaghaft zu Werke gegangen,“ stellte der Melsunger Spielertrainer frustriert fest. Ein Relikt aus einer „erschreckend schwachen ersten Hälfte“, die sein Schützling Nick Krug treffend zusammen fasste. „Kein Kampf, kein Einsatz, viele Fehlpässe.“

Das Kontrastprogramm bot die ersatzgeschwächte Selzer-Elf. Die Mengsberger investierten viel mehr, boten sich besonders auf den Flügel häufiger an und gingen schon ab der Mittellinie entschlossen in die Zweikämpfe. Folgerichtig das 0:1 durch Dennis Dorfschäfer, der kurzfristig Philipp Kloske ersetzt hatte. Ebenso, dass nach der Führung der Gast mit seinen Nadelstichen gefährlicher war als die Bartenwetzer mit ihrem weitgehend konzeptlosen Anrennen.

So warf ihn auch der erste Nackenschlag nach der Pause nicht um. Kurz geschüttelt und dann die Flucht nach vorn angetreten. Dank eines imposanten Teamgeistes, den Mario Selzer zurecht heraus stellte. Und der wohl auch für die letztlich eindeutige Antwort verantwortlich war. • Melsungen: Beetz - Rudolph (85. Ruppert), Schmidt, Hoim, Zahirovic - Germeroth, Bajic, Grunewald, Heinemann - Krug, Michel. Mengsberg: Girschikofsky - Dingel, Hainmüller, Fischer, Fitzke - Dorfschäfer, Möller, Fydrych (77. Schmidt), Reitz - Fidan, Kleinmann (68. Krähling). SR: Honnef (Gotha). -Z.:180. Tore: 0:1 Dorfschäfer (10.), 1:1 Krug (59.), 1:2 Fidan (73.), 1:3 Reitz (84.), 1:4 Dorfschäfer (90.).

Von Ralf Ohm

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.