Interview mit Rothwestens Andreas Geisler vor dem Spitzenspiel gegen Bad Soden

„Mit dem ersten Tor lief es“

Mit Torjubel kennt er sich aus: Der Rothwestener Andreas Geisler (links) freut sich mit seinen Teamkollegen Alexander George (Mitte) und Ullrich Siewert über ein weiteres seiner Tore. Foto:  Schachtschneider/nh

Fuldatal. Andreas Geisler führt mit 18 Treffern die Torschützenliste der Fußball-Verbandsliga an. Wir haben mit dem Ur-Rothwestener über die Gründe für den Lauf seiner Mannschaft und Erinnerungen an den nächsten Gegner gesprochen.

Am Sonntag gibt es im Bergstadion das Spitzenspiel, ab 14.45 Uhr ist Aufsteiger SG Bad Soden zu Gast.

Was hätten Sie gedacht, wenn jemand vor der Saison gesagt hätte, dass die Partie des 19. Spieltags zwischen Rothwesten und Bad Soden das Topspiel zwischen dem Vierten und dem Zweiten ist?

Andreas Geisler: So jemanden hätte ich für verrückt erklärt. Niemand hätte es für möglich gehalten, dass wir so weit oben stehen.

So viele Punkte wie jetzt hatte Rothwesten in der Vorsaison erst im April. Der Ligaverbleib ist schon fast gesichert, oder?

Geisler: Klares Ziel vor der Saison war der Klassenerhalt. Es ist Wahnsinn. In der letzten Saison hatten wir mit 38 Punkten nur sieben Punkte mehr als jetzt.

Warum läuft es so gut?

Geisler: Wir funktionieren als Team und sind eine geschlossene Einheit. Der eine ist für den anderen da. So war das schon lange nicht mehr. In der Defensive greifen unsere Neuzugänge super. Absolute Priorität hat, die Null zu halten, und der Rest passiert momentan automatisch.

In den ersten acht Spielen haben Sie einmal getroffen, in den vergangenen neun Spielen dann 17 Tore geschossen. Wie kam diese Explosion?

Geisler: Körperlich war ich zu Saisonbeginn voll fit, aber ich konnte machen, was ich wollte, der Ball ging nicht rein. Der Druck wurde dann immer größer, und es war am Ende auch eine Kopfsache. Abends habe ich mir im Bett viele Gedanken gemacht. Es war eine schwierige Zeit. Mit dem ersten Tor lief es auf einmal. Das Selbstvertrauen und die Sicherheit kamen zurück.

Welchen Stellenwert hätte für Sie der Gewinn der Torjägerkrone?

Geisler: Das wäre eine schöne Sache, auf die ich mit meinen dann 31 Jahren ziemlich stolz sein könnte. Aber im Vordergrund steht das Team. Die Jungs geben mir ja den Ball ab, so dass ich ihn reinschießen kann. Wertvoller als die Torschützenkrone wäre mir, wenn wir am Ende – vielleicht auch dank 15, 16 Vorlagen von mir – unter den ersten Fünf landen würden.

Welche Erinnerungen haben Sie an das 3:3 in der Relegation 2013 gegen Bad Soden?

Geisler: Über dieses erste Relegationsspiel könnte ich ein Buch schreiben. Da hatte es extrem geregnet, und die Gemeinde hatte den Platz nicht mehr gemäht. Wir haben mit fünf, sechs Spielern den Platz dann mit Handrasenmähern gemäht. Normalerweise hätte das Spiel ausfallen müssen. Und dann konnte nur der dritte Torwart spielen.

Und Bad Soden führte nach 30 Minuten 2:0.

Geisler: Ja, Bad Soden war total überlegen. In der Halbzeit dachten wir, dass die Relegation schon wieder vorbei ist – die Erinnerungen an die gescheiterte Relegation im Vorjahr wurden wach. Wie wir dann die Wende bis zum 3:3 durch einen Elfmeter in der 88. Minute geschafft haben, kann bis heute keiner sagen. Im nächsten Spiel lagen wir wieder 0:2 hinten und haben 4:2 gewonnen.

Wie geht es am Sonntag aus?

Geisler: Es wird knapp. Das Hinspiel hatte keinen Sieger verdient gehabt. Wir haben da durch einen 25-Meter-Freistoß und einen Elfmeter in der 90. Minute verloren. Ich denke, dass wir ein Tor fangen werden. Ich tippe auf einen 2:1-Sieg für uns. Unser Ziel ist es, auf Platz drei zu überwintern. Das wäre eine geile Sache.

Von Sebastian A. Reichert

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