Mitchell macht’s möglich

Fußball-Verbandsliga: Schwalmstadt feiert wichtigen Sieg im Kellerduell

+
Mann des Tages: Brian Mitchell schoss beim 1:0 des 1. FC Schwalmstadt gegen den RSV Petersberg das goldene Tor. Das war zugleich der erste Treffer in der Verbandsliga für den 20-Jährigen.

Treysa. Er ist der Mann mit den unzähligen Spitzenamen. Derjenige, dem eine ganz lange Pause gedroht hatte. Und nun ist Brian Mitchell ein Hoffnungsträger, weil er dem 1. FC Schwalmstadt im Kellerduell der Fußball-Verbandsliga den 1:0 (0:0)-Sieg über den RSV Petersberg sicherte.

„Die Punkte haben wir uns als Team verdient. Beim Tor musste ich nur den Fuß hinhalten, weil die Jungs überragend vorgearbeitet haben“, gab sich der 20-Jährige bescheiden. Jackson nennen ihn manche im Team. Andere Bruno. Warum, das weiß er nicht wirklich. Aber er weiß, wie gut es war, dass er Ende 2017 mehrere Ärzte aufgesucht hatte. Als erste Diagnose bestand der Verdacht auf Kreuzbandriss. Dann wäre die Saison wohl gelaufen gewesen.

Doch beim MRT-Termin kam Entwarnung. Die Kniescheibe hatte nur etwas zu viel Spiel. Seine Bänder sind okay. Also konnte der schnelle Angreifer Gas geben. Er traf in jedem Testspiel. Gleichermaßen wie Leonard Freund war er einer der Gewinner der Vorbereitung und schaffte ebenso wie die reaktvierten Tobias Kreuter, Timo Brauroth und Neuzugang Vedran Jerkovic den Sprung in die Startelf.

Mitchells Auftrag? „Ich erwarte in jedem Spiel ein Tor von ihm“, flachste FCS-Coach Atilla Güven. Gesagt, getan. Ein Treffer mit Ansage war’s dennoch nicht, weil sich die runderneuerten Schwälmer in der kampfbetonten Partie schwer taten, Chancen zu kreieren. Lange fehlte der letzte Tick. Da verpasste Patrick Herpe mit einem tückischen Aufsetzer knapp sein Ziel (3.). Da nahm Leon Lindenthal den Ball mit dem falschen Fuß in aussichtsreicher Position an (18.) und ging zum Spielgerät, obwohl er im Abseits stand und Mitchell neben ihm hätte durchstarten können (32.).

„Wir sind ruhig geblieben“, wusste der Linksaußen einen Schlüssel zu nennen für den Erfolg. Den brachte schließlich Jan Niklas Brandner auf den Weg. Der Joker stach mit seiner ersten Aktion, legte geschickt für Ricardo Seck auf, der wiederum das Auge für den freien Kapitän Herpe hatte. Dessen Abschluss wurde zur unfreiwilligen Vorlage für Mitchell, der am langen Pfosten lauerte und den Ball zum 1:0 über die Linie drückte.

Nach 28 Treffern in 31 Partien für die Reserve in Kreisober- und Gruppenliga war dies die Premiere bei der ersten Mannschaft. Damit hat das Kraftpaket die Blau-Gelben (vorerst) aus den Abstiegsrängen geschossen. Seine Abwehrkollegen ließen nichts anbrennen. Im zentralen Mittelfeld entschieden Rückkehrer Brauroth und Peter Liebermann die meisten Zweikämpfe für sich. Dahinter räumten Abwehrchef Fabian Seck und sein neuer Nebenmann Vedran Jerkovic bis auf einen Lattentreffer von Tim Stenger (53.) alles ab, was in der Luft und am Boden auf sie zu kam.

Oder wie es Rückhalt Kreuter augenzwinkernd bewertete: „Die Jungs hatten Schiss, dass ich sonst eingreifen muss.“ Nur einem war nicht zu Lachen zu Mute: Patrick Herpe. Nach Spielschluss erhitzten sich die Gemüter – und der Kapitän sah völlig unnötig die Gelb-Rote Karte, was ihn am Sonntag in der Partie bei Adler Weidenhausen zum Zuschauen zwingt. Gut für den FCS, dass dafür nun Brian Mitchell angekommen ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.