Interview mit dem Fußballer Antonio Bravo Sanchez über Verfehlungen, Vereinswechsel und Derbys

„Nachher tut es mir immer leid“

Hier als Beobachter an der Seitenlinie: Antonio Bravo Sanchez, der in der Winterpause von Schwalmstadt nach Baunatal wechselte, und seine Freundin Lisa Langhans. Foto: Hahn/nh

Baunatal. Gleich zwei Sportkreis-Derbys stehen in der Fußball-Verbandsliga an. Baunatal empfängt im Duell der Reserveteams Vellmar, und beim BC Sport ist Rothwesten zu Gast.

Antonio Bravo Sanchez hat schon viele Derbys in der Region bestritten. Der Wechsel des 25-Jährigen in der Winterpause von Schwalmstadt nach Baunatal war der namhafteste der heimischen Sechstligisten.

Ist das Derby gegen Vellmar ein besonderes Spiel für Sie?

Antonio Bravo Sanchez: Ja, klar. Gegen Vellmar spiele ich sehr gern. Ich wohne ja nicht weit weg. Die früheren Spiele mit Baunatal und auch mit Lohfelden gegen den OSC haben mir immer Spaß gemacht.

Welches Nachbarschaftsduell ist Ihnen am meisten in Erinnerung geblieben?

Bravo Sanchez: Das war mein erstes Derby nach meinem Wechsel vom KSV Hessen zu Baunatal 2009. Da haben wir 3:0 oder 4:0 in Vellmar gewonnen, und ich habe vor vielen Zuschauern zwei Tore geschossen. Gegen Vellmar habe ich übrigens bisher fast immer getroffen.

Welchen Stellenwert hat solch ein Sportkreis-Derby für Sie im Vergleich zu einer Partie bei Top-Klub Borussia Fulda?

Bravo Sanchez: Das war auch schon schön in so einem Stadion wie in Fulda vor 600 Zuschauern mal wieder zu spielen – vor allem für die Spieler, die noch nicht so viel Erfahrung haben. Da waren einige von uns anfangs auch ganz schön nervös.

Sie haben im Alter von 25 Jahren schon für sechs Vereine gespielt. Was ist der Grund dafür, dass Sie häufig gewechselt sind?

Bravo Sanchez: Es kommt darauf an, wie man mich nimmt. Ich bin ein ehrlicher Mensch. Wenn ich emotional auf dem Platz reagiere, meine ich das oft gar nicht so, wie das ankommt, und es tut mir nachher immer leid, aber so ist mein Fußballspiel. Der eine Trainer versteht das, der andere nicht so. Mit Carsten Lakies in Lohfelden kam ich gut zurecht, mit Christoph Keim hat es dagegen in Schwalmstadt gar nicht gepasst. Aber die Sache ist für mich jetzt auch erledigt.

War der Wechsel vor Saisonbeginn vom BC Sport zum 1. FC Schwalmstadt rückblickend ein Fehler?

Bravo Sanchez: Das einzige Gute daran war, dass ich dort meine Freundin kennen gelernt habe.

Welche Perspektive haben Sie nun beim KSV Baunatal?

Bravo Sanchez: Ich kenne die Verbandsliga gut. Wir haben gute Chancen, die Klasse zu halten, aber wir müssen jetzt mal eine kleine Serie hinlegen. Gegen Vellmar und Mengsberg sollten es schon sechs Punkte sein.

Gibt es bei Ihnen Pläne in Richtung erste Mannschaft?

Bravo Sanchez: Ich bin nach Baunatal gekommen, um der zweiten Mannschaft zu helfen und den Klassenerhalt zu schaffen. Diese Absprache gibt es bis zum Saisonende. Dann sehen wir weiter.

Was würden Sie als Fußballer gern noch erreichen?

Bravo Sanchez: Nach meinem Kreuzbandriss in der vergangenen Saison wünsche ich mir vor allem, dass ich verletzungsfrei bleibe und bis Mitte 30 weiter Spaß am Fußball haben kann.

Würde Sie die Regionalliga noch mal reizen?

Bravo Sanchez: Ja, schon, aber es nicht so, dass ich unbedingt noch mal Regionalliga spielen möchte. Hessenliga und Verbandsliga sind auch in Ordnung.

Zum Schluss noch mal zurück zu den beiden Derbys. Wie lauten Ihre Tipps für die beiden Duelle?

Bravo Sanchez: Wir gewinnen 4:0 gegen Vellmar, und der BC Sport siegt 2:1 gegen Rothwesten.

Von Sebastian A. Reichert

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