Das fiel auf: Rothwesten schießt den Vogel ab – Hünfeld und Sand enttäuschen

Neuling mischt die Liga auf

Ball im Blick: Melsungens Timo Rudolph (l.) und Sands Steffen Klitsch, der früher für Gilsa/Jesberg spielte. Foto: Kasiewicz

Schwalm-Eder. Abwechslungsreich verlief die Saison der Fußball-Verbandsliga bislang um die heimischen Vertreter 1. FC Schwalmstadt und Melsunger FV. Hier unsere Auffälligkeiten.

1.Super-Aufsteiger Soden: Wie im Vorjahr trumpft ein Team nach dem Aufstieg aus der Gruppenliga Fulda auch in der Verbandsliga auf. War der Durchmarsch von Borussia Fulda damals geplant, so war mit der Konstanz von der SG Bad Soden nicht zu rechnen. Die von Ex-Profi Sead Mehic trainierten Sprudelkicker blieben gleich zum Anfang sechsmal ungeschlagen und verabschiedeten sich mit sieben Siegen in Serie in die Winterpause. Dank eines überragenden Kapitäns Tim Mulfinger, der sich mit 14 Treffern in Kreise der Top-Torjäger behauptet hat.

2.Treffsicheres Rothwesten: Immer was los war beim TSV Rothwesten. Zumindest ab September. Von da an fielen in jedem Spiel mindestens drei Tore. Herausragend der 7:1-Sieg gegen Willingen und der 8:2-Erfolg gegen Aufsteiger Korbach. Jetzt stehen die Rothwestener (Saisonziel: Klassenerhalt) mit dem besten Angriff der Liga (50 Treffer) auf dem fünften Platz. Eine wichtige Rolle spielt Stürmer Andreas Geisler. Der 30-Jährige traf 19 Mal in 18 Spielen.

3.Die Enttäuschten: Eigentlich galt der Hünfelder SV als der Aufstiegsfavorit und der SSV Sand (unter anderem mit Tobias Oliev, Steffen Klitsch und Steffen Bräutigam) als der Geheimtipp. Beide Teams liegen aber weit hinter den Erwartungen und krebsen im Mittelfeld herum. War der Druck vor der Serie zu groß? Womöglich. Sicher ist aber, dass beide Teams in der ausgeglichenen Verbandsliga sogar noch Aufstiegschancen haben. Dem SSV kam die Winterpause deutlich ungelegen, denn das Team vom früheren MFV-Coach Peter Wefringhaus legte zuletzt drei Siege in Folge hin - unter anderem gegen Hünfeld.

4.Abgeschlagene Reserve: Was müssen sich die Fußballer aus Mengsberg ärgern beim wöchentlichen Blick auf die Tabelle. In der vergangenen Serie lieferte sich der TSV einen Zweikampf mit der Hessenliga-Reserve vom KSV Baunatal um den Klassenerhalt. Mengsberg verlor, Baunatal feierte. Und jetzt? Wurde dank einer chaotischen Personalpolitik beim Hessenligisten die zweite Mannschaft zum Opfer. Mit vier Pluspunkten und schon neun Platzverweisen geht es nächste Saison in die Gruppenliga. Möglicher Gegner dort: Mengsberg.

5.Kurioser Rücktritt: Dieser Rücktritt dürfte als einer der kuriosesten und schnellsten in die heimischen Fußballannalen eingehen. Denn bereits nach dem ersten Spieltag, dem 3:0 gegen Eschwege, warf Carlos Serrano beim 1. FC Schwalmstadt das Handtuch. Da der er zuvor zwei Pokalspiele mit den Schwälmern gewonnen hatte sogar ungeschlagen. Statt Erfolgslosigkeit waren es Unstimmigkeiten mit einem Teil der Mannschaft bezüglich der Trainingsinhalte und Personalführung des Mannes, der erst sechs Wochen zuvor vom KSV Hessen Kassel, wo er vier Jahre die Damen trainiert hatte, zum FCS gewechselt war. Wo der 54-Jährige nicht alt wurde, auch weil er auf die Kritik seiner Schützlinge prompt und unmissverständlich reagierte.

Von Ralf Ohm, Daniel Schneider und Sebastian Schmidt

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