Verbandsliga: Mannschaft des 1. FC Schwalmstadt sorgt für Furore und Fragezeichen

Plan B gibt es noch nicht

Steven

Schwalmstadt. Gebranntes Kind scheut Feuer. Auch dann, wenn es noch gar nicht so richtig lodert. Der Begriff „Hessenliga“ ging beim 1. FC Schwalmstadt nach dem schmerzlichen Lehrjahr in Hessens höchster Fußball-Liga schon fast als Unwort des Jahres durch – und ist auf einmal, nur eine Saison später, wieder aktuell. „Abwarten“, sagt FCS-Chef Heinrich Gringel. Und das klingt nicht unbedingt so, als ob er schon einen Plan B für den unerwarteten Fall der Fälle in der Schublade hätte, nachdem Plan A längst aufgegangen ist.

Die Konsolidierung in der Verbandsliga nämlich, womit sich Trainer Schweigert und seine Mannen trotz chronischen Personalmangels nicht allzu lange aufhielten. Stattdessen ist vor dem letzten Spieltag sogar die Vize-Meisterschaft möglich. Und damit die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Hessenliga. Und damit …

Das öffentlich zu Ende zu denken, wagt der Vorstand (noch) nicht. Die Mannschaft ist da weiter. „Klar wollen wir nun auch Zweiter werden“, sagt der offensive Mittelfeldspieler Jan Henrik Wolf, einer der „Hessenliga-Geschädigten“. Quasi als „Zugabe“ des bisher schon Erreichten. Als „Sahnehäubchen auf eine erfolgreiche Saison“, wie Mannschaftskollege Kevin Kutzner meint, der sich darüber hinaus durchaus eine Rückkehr in die Hessenliga vorstellen kann: „Wenn wir dieses Sahnehäubchen noch durch den Aufstieg krönen könnten – umso besser.“

Aufgrund der aktuellen Tabellenlage und des Aufstiegsmodus‘ (siehe Hintergrund) keineswegs ausgeschlossen. Denn: Dieser Mannschaft ist, wenn nicht alles, so doch eine Menge zuzutrauen. Die Erfahrungen als Prügelknabe in der Hessenliga haben sie eher zusammen geschweißt – und fußballerisch weiter entwickelt. „Keine Frage, dieses Jahr hatte für alle Spieler durchaus einen Lerneffekt“, erklärt Hans Schweigert und meint etwa eine höhere Robustheit im Zweikampf oder auch eine taktische Weiterentwicklung seiner Schützlinge.

Für die der erfahrene Übungsleiter aber auch selbst verantwortlich ist. „Er sorgt mit seiner sachlichen Art für Ruhe und hat uns den Hurra-Fußball ausgetrieben“, meint Steven Preuß. Der Kapitän – neben Abwehrchef Jannis Lerch einer der von seinem Coach hoch geschätzten Führungsspieler im Team – hat ebenfalls Gefallen an der aktuellen „Traumsituation“ gefunden. „Ohne jeglichen Druck“ könnte dem FCS etwas gelingen, was vor der Saison ausgeschlossen schien.

Nämlich ganz schnell (und freiwillig) ins Haifischbecken zurück zu kehren, „um uns dort neu zu beweisen und zu zeigen, dass wir es besser können.“ Einem Vorhaben, so die Erwartung des Mittelfeldstrategen, dem sich der Vorstand nicht verweigern würde. Der wartet indes erstmal schweigend den letzten Spieltag ab. Hoffentlich keine verlorene Zeit. Fotos:  nh

Von Ralf Ohm

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