Fußball-Verbandsliga

Pleiten, Pech und ganz viel Tragik beim TSV Mengsberg

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Einfach enttäuscht: TSV-Routinier Rene Dingel.

Mengsberg. Der TSV Mengsberg und die Verbandsliga – das Verhältnis verkommt immer mehr zu einer Hassliebe. Auch der vierte Anlauf dürfte direkt mit einem Abstieg enden.

Zu groß ist der Rückstand zum rettenden Ufer, sodass die Engelhainer schon Rückrunden-Meister werden müssten, um sechstklassig zu bleiben. Saisonverlauf: Motiviert wie nie war Mengsberg die Runde angegangen. Ein erster Dämpfer folgte gleich zum Auftakt bei der 0:1-Niederlage im Derby gegen den 1. FC Schwalmstadt. Ein zweiter Knackpunkt war das zweite Heimspiel. Gegen die SG Bad Soden wähnte sich der TSV auf Augenhöhe. Wollte zwingend punkten – und wurde beim 2:7 phasenweise vorgeführt. Das hinterließ Spuren. Bei Gegentoren gingen viel zu schnell die Köpfe nach unten. Selbst Führungen wie gleich doppelt zum Abschluss (2:5 nach 1:0 und 2:1) beim CSC 03 Kassel dauerten häufig nur wenige Momente an. Oft hielt Mengsberg phasenweise gut mit, ließ Chancen aus und kassierte Treffer um Treffer. Das zermürbte das Team.

Ursachenforschung: Die Engelhainer sind auf diesem Niveau nur konkurrenzfähig, wenn (fast) alle Mann an Bord sind. Ausfälle von drei oder mehr Stammkräften kann der TSV nicht kompensieren. Das war allerdings meistens der Fall. Und die, die wie Abwehrchef Dardan Rama zurückkamen, waren nicht fit genug, um zu helfen. Führungspersönlichkeiten wie Daniel Hainmüller, der verletzt noch nicht eine Minute spielte, gehen Mengsberg ab. Mit Marcel Eichler (VfL Kassel) und dem auf den letzten Drücker nach fünf Spieltagen abgewanderten Leon Hakaj (SSV Hatzbach) fehlte das Zentrum. Als Wirkung auf das Verletzungspech musste Mengsberg Jungsspunde wie Kevin Quehl und Gero Schuchardt, denen eine weitere Runde Gruppenliga besser getan hätte, (zu) früh einbauen. Zu allem Überfluss tragisch, dass mit Mario Selzer der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte (zwei Aufstiege, zwei Kreispokal-Siege) aus privaten Gründen erst pausieren musste, ehe sich der Verein und er in einvernehmlich trennten. Perspektive: Die neuen Spielertrainer Fabian Hett und Daniel Hainmüller können eigentlich nur gewinnen und haben die Chance, frühzeitig die Weichen für den Sommer zu stellen. Torhüter Tobias Bechtel und Torjäger Dennis Dorfschäfer stechen mit starken Leistungen heraus. Um das Duo kann der TSV eine Achse aufbauen. Von den Neuzugängen hat allein Christian Hesse in der Abwehr eingeschlagen und sogar als Einziger in jeder Partie mitgewirkt. Da stets Ruhe im Umfeld herrscht, wäre der drohende Abstieg kein Beinbruch. Ein möglicher fünfter Anlauf bedarf allerdings einer besseren Vorbereitung.

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