FCS: Ohne Brauroth und Gerstung nach Darmstadt – Schweigert setzt auf Konter

Preuß: Wir wollen mehr

Steven

Darmstadt. Vorhang auf zur Aufstiegsrunde in die Hessenliga: Gleich im ersten Spiel bekommt es der 1. FC Schwalmstadt mit dem wohl heißesten Anwärter auf Hessens höchste Fußballklasse zu tun. Mit dem Süd-Zweiten RW Darmstadt nämlich, der den Nord-Zweiten heute um 17 Uhr auf seinem Rasenplatz an der Winkelschneise zu Gast hat.

Oder doch nicht? Im günstigsten Fall für beide erfahren sie beim Aufwärmen, dass sie Hessenligist sind. Dann nämlich, wenn in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Hauenstein gegen Nöttingen (Beginn heute 14 Uhr) mit 1:0 oder 2:1 gewinnt, so dass der hessische Vertreter RW Frankfurt aufrückt und einen weiteren Platz in der Hessenliga frei macht. Dann stiegen alle drei Verbandsliga-Zweiten auf (wir berichteten).

Doch mit derlei (gar nicht so unwahrscheinlichen) Eventualitäten beschäftigt sich Hans Schweigert nicht. „Wir sind voll fokussiert auf das Darmstadt-Spiel“, sagt der FCS-Trainer. In der Vorbereitung auf den Aufstiegsrundenauftakt sei durchaus eine „besonderes Anspannung“ seiner Spieler zu spüren gewesen. Angesichts der Mammutaufgabe, aber auch wegen einer nochmals zugespitzten Personalsituation.

Ausgerechnet vor dem vermeintlichen Saisonhöhepunkt fallen nun auch noch Timo Brauroth und Jakob Gerstung (beide private Verpflichtungen) aus. Und gesellen sich zu sechs Langzeitverletzten. Nun muss als Sechser gleich von Beginn an einer der vier Youngster Yannik März, Alexander Fey, Leon Hakay und Mirko Rieck ran.

Allerdings: Die FCS-Spieler sind derlei Kummer gewohnt. Und in solchen Situationen im Laufe der Saison immer noch enger zusammen gerückt. Außerdem haben sie Blut geleckt. „Der zweite Platz war eigentlich gar nicht möglich, doch jetzt wollen wir mehr“, sagt Kapitän Steven Preuß. Abwehrchef Jannis Lerch wird noch konkreter: „Wir wollen zurück in die Hessenliga, um dort zu zeigen, dass wir besser als die damals erreichten sechs Punkte sind.“

Bei diesem Unterfangen sicherlich hilfreich: Das spätestens in der Rückrunde gesteigerte Selbstvertrauen der Spieler, die nun mit breiter Brust nach Darmstadt reisen. Dazu sollte sich, so der FCS-Coach, besonders in der Defensivabteilung ein kühler Kopf gesellen. „Wir dürfen uns von den permanenten Positionswechseln des Gegners nicht ins Bockshorn jagen lassen“, sagt Hans Schweigert in Erwartung eines äußerst stürmischen und laufstarken Gegners, die beste Heimelf der Südstaffel.

Seine Taktik: Auf der Basis einer sicheren Abwehr agieren, um dann - wenn der Gegner zuviel Risiko geht - Nadelstiche zu setzen. Konter etwa über den dynamischen Außenverteidiger und gelernten Stürmer Ricardo Seck oder der einzigen Spitze Leon Lindenthal, der zuletzt so beim 1:1 in Sand traf. Ein weiteres probates Mittel: Standsituationen oder Weitschüsse. Auf diese Weise hat Jan Henrik Wolf, bester Torschütze des FCS, immer acht seiner 14 Treffer erzielt.

Stärken, die auch Kelvin King nicht verborgen geblieben sind. „Für die Hessenliga war Schwalmstadt vor zwei Jahren noch zu jung. Doch seitdem hat sich die Mannschaft richtig gut weiter entwickelt“, sagt Darmstadts Trainer. Die Schwalmstadt-Schützlinge können also keineswegs damit rechnen, dass sie von den Gastgebern unterschätzt werden. Sie gehen stattdessen als Außenseiter durch, der durchaus noch für eine weitere (noch größere) Überraschung gut ist. Foto: nh

Von Ralf Ohm

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