Verfolgerduell: Lindenthals schnelle Antwort auf SSV-Führung

Mit Remis zufrieden

Luftkampf: FCS-Verteidiger Kevin Kutzner (vorn) zieht hier gegen den SSV-Torschützen Steffen Klitsch den Kürzeren. Foto: Duscha/nh

Bad Emstal. Ein Unentschieden produziert bisweilen zwiespältige Gefühle. Nicht Fisch, nicht Fleisch, wissen die Protagonisten häufig nicht, ob sie sich darüber freuen oder ärgern sollen. Da war das 1:1 (1:1) im Verfolgerduell der Fußball-Verbandsliga Nord zwischen dem SSV Sand und dem 1. FC Schwalmstadt durchaus eine Ausnahme. „Damit können wir leben“ erklärten die Trainer Peter Wefringhaus und Hans Schweigert unisono. Der Coach der Gastgeber, „weil meine Mannschaft alles reingehauen hat.“ Und sein Kollege aus der Schwalm, weil er wusste, dass der Gegner „mehr Chancen hatte“ und folglich näher dran war am Sieg.

Ein weiterer positiver Effekt für den FCS: Er bleibt aussichtsreich im Rennen um den zweiten Platz, der zu den Aufstiegsspielen zur Hessenliga berechtigt. Eine Hoffnung, die Sand schon vor dem Anpfiff aufgeben musste, da dem Klub aufgrund eines Mangels an Jugendspielern drei Punkte abgezogen werden. „Umso bravuröser“ fand es Peter Wefringhaus, „wie wir diese Hiobsbotschaft weg gesteckt haben.“

In der Tat legte seine Mannschaft los wie die Feuerwehr, schnürte den Gegner in dessen Hälfte ein, der statt sein gepflegtes Kombinationsspiel zu entwickeln allzu häufig zum Befreiungsschlag als Mittel griff. „Wir hatten überhaupt keinen Zugriff“, klagte Außenverteidiger Kevin Kutzner, während sein Coach jegliche Zuordnung im defensiven Mittelfeld vermisste, wo Jakob Gerstung weitgehend auf sich allein gestellt war. So blieben Chancen für den SSV natürlich nicht aus, die aber allesamt Sacir Nikocevic zunichte machte. Der FSC-Torhüter reagierte prächtig gegen Tobias Oliev (11.), Steffen Kitsch (13.) und Steffen Bernhardt (14.).

Erst danach kam der Gast zu Kontern, d.h. Gegenangriffen, die diese Bezeichnung verdienten. Trotzdem gab‘s an Klitschs Führungstor nach einer Traumkombination mit seinen Stürmerkollegen Wagner und Oliev nichts zu rütteln (33.). Das war die Vorgeschichte zum postwendenden Ausgleich durch Leon Lindenthal, der aus 25 Meter beherzt abzog - und traf (34.).

Die Nachgeschichte: ein offener Schlagabtausch in der zweiten Hälfte mit einem Chancenplus für den SSV. „Der Wille bei Sand, das unbedingt Revanche für die 0:4-Hinspielniederlage nehmen wollte, war wohl größer“, bekannte Steven Preuß. Was der Kapitän aber keineswegs als Kritik an seinen Mannen verstanden wissen wollte: „Mit unserem Mini-Kader können wir nicht jedesmal ein Feuerwerk abbrennen.“

In der Tat war der Kräfteverschleiß bei den geschlauchten Gästen, die den Schlusspfiff herbei sehnten, nicht zu übersehen. Und auch deshalb das Remis kein schlechtes Ergebnis. • FCS: Nikocevic - R. Seck, Lerch, F. Seck, Kutzner - Gerstung (46. Brauroth), Lutz - Wolf (90. März), Preuß, Cetinkaya - Lindenthal (69. Erdem). SR: Orschulok (KS). Z. 300. Tore: 1:0 Klitsch (33.), 1:1 Lindenthal (34.).

Von Ralf Ohm

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