Verbandsliga: Junglöwen verlieren nach zwei Foulelfmetern zu Hause 1:4 gegen Lokalrivalen

Rothwesten zerstört KSV-Träume

Da war der Ball schon weg: Kassels Jens Wörner (in Rot) kann dem Pass von Okan Gül (links) nur hinterhergucken. Nickolaj Eckhardt ist im Hintergrund zu sehen. Foto: Fischer

Kassel. Die Reserve des KSV Hessen Kassel muss ihre Träume von einem möglichen Hessenliga-Aufstieg zumindest vorerst begraben. In der Fußball-Verbandsliga verloren die Junglöwen gegen den Lokalrivalen TSV Rothwesten 1:4 (0:1).

Obwohl sich die Konkurrenten Schwalmstadt und Sand bereits am Samstag gegenseitig Punkte weggenommen hatten, verpasste die KSV-Reserve den erneuten Sprung auf Platz zwei. Sollte Schwalmstadt am letzten Spieltag gegen Korbach jedoch verlieren, könnte der KSV mit einem Sieg gegen Bad Hersfeld wieder vorbeiziehen.

Die erste gute Chance im Spiel hatte Kassels Alexander Schüler. Frei im Strafraum suchte er den Querpass zum Mitspieler, statt selbst aufs Tor zu schießen (22.). Usman Mobarak und KSV-Keeper Piotr Gorczyca retteten später gemeinsam gegen Alexander George, nachdem Mobarak im Duell mit George zu viel Risiko eingegangen war. Auf der anderen Seite scheiterte Tobias Bredow am glänzend aufgelegten Rothwestener Torwart Christoph Herbst, der den Ball aus dem langen Eck fischte (30.).

Eine erneute Unsicherheit der Kasseler Defensive nutzte TSV-Torjäger Maximilian Werner eiskalt zur Führung: Weder Kapitän Oliver Scherer noch Torwart Gorczyca gingen konsequent auf den Ball, sodass Werner den Pass von Mirko Müller optimal verwerten konnte (32.). Kurz vor dem Pausenpfiff verpasste Bredow nach starkem Pass von Schüler den Ausgleich (45.).

Direkt nach dem Wechsel blockte Herbst einen Schuss von Rolf Sattorov ab, Taekhyun Lee verpasste den Nachschuss. In der Folge scheiterte auch Justin Schumann per Kopf (57.) und Sattorov kam zweimal nicht an Herbst vorbei (60.). Nachdem Torschütze Werner erneut geschickt wurde, foulte Schumann ihn im Strafraum. Den fälligen Elfmeter verwandelte Ex-KSVer Okan Gül sicher (71.). Kassel drohte nun auseinanderzubrechen und Rothwesten kam fast im Minutentakt zu Chancen. Die Entscheidung fiel, nachdem Gorczyca Werner im Strafraum foulte und Nikolaj Eckhardt den Strafstoß zum 3:0 verwandelte (76.). Der eingewechselte Muhammed Gülsen markierte noch das 1:3 (80.). Nachdem Viktor Knopf den 2:3-Anschlusstreffer verpasste hatte Rothwesten leichtes Spiel und erhöhte noch durch den völlig allein gelassenen Eckhardt auf 4:1 (90.).

„Ein unterm Strich absolut verdienter Erfolg, mit dem wir so nicht gerechnet hatten“, kommentierte TSV-Trainer Patrick Klein das Spiel.

„Wir hatten genügend Chancen, Tore zu machen. Einige Spieler waren körperlich platt, im Spielverlauf hingen dann die Köpfe immer mehr. Der Druck des Gewinnen-Müssens war vielleicht zu viel“, sagte der enttäuschte KSV-Trainer Torsten Hirdes, der dennoch an die starke Saison seiner Mannschaft erinnerte. Sein Spieler Jens Wörner sagte: „Es war heute nicht für alle leicht, einen kühlen Kopf zu behalten und Rothwesten ist auch keine Laufkundschaft, die solche Chancen liegen lässt.“

AM RANDE

Alles war

angerichtet

Die Junglöwen haben den Sprung in die Aufstiegsrunde zur Hessenliga wohl verpasst. Dabei war bei den letzten beiden Heimspielen alles angerichtet: Viele Fans waren gekommen, um die zweite Mannschaft zu unterstützen, sogar die direkte Konkurrenz gewährte Schützenhilfe. Dass die in Teilen noch junge Mannschaft um Trainer Torsten Hirdes letztlich an sich selbst scheiterte, ist nachvollziehbar. Die Junglöwen waren zum Gewinnen verdammt. Einigen Spielern war die Last auf ihren Schultern anzusehen. Eine überraschend erfolgreiche Saison findet somit ein schmerzhaftes Ende. (pgd)

Von Gregory Dauber

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