Fünf Gründe für Fehlstart des FCS

Rückbesinnung und Geduld sind gefragt

Trainer des 1. FC Schwalmstadt: Harald Hauer

Schwalmstadt. Was ist nur mit dem 1. FC Schwalmstadt los? Das Fragen sich die heimischen Fußballfans spätestens nach der 0:5-Klatsche des heimischen Fußball-Verbandsligisten beim RSV Petersberg. Der Fehlstart hat allerdings seine Gründe.

1. Keine Vorbereitung: Die Sommerpause war kurz und für den 1. FC Schwalmstadt aufgrund der verlängerten Saison 2015/2016 noch kürzer. Ein knapper Monat reichte dem neuen Trainer Harald Hauer natürlich nicht, um die konditionellen Grundlagen für die aktuelle Spielzeit zu legen oder die Neuzugänge zu integrieren.

2. Leerer Kopf: Die psychologischen Vorraussetzungen waren nach der aufreibenden letzten Saison alles andere als vorteilhaft. Monatelang hatte die Mannschaft - damals schon mit einem Mini-Kader - am Limit gespielt, sich als Zweiter nach toller Aufholjagd für die Aufstiegsspiele qualifiziert - und war dann doch gescheitert. Dem Leistungshoch folgte auch bei einigen Relegationshelden ein Leistungsloch, weil es ihnen verständlicherweise schwer fiel, sich ohne Pause für die neue Saison und evtl. einem erneuten Anlauf Richtung Hessenliga zu motivieren.

3. Verletzungspech: Vom aktuellen Verbandsliga-Kader, der 19 Spieler umfasst, waren vor dem Spiel in Petersberg zehn nicht einsatzbereit: einer gesperrt (Sefa Cetinkaya), einer im Urlaub (Ricardo Seck) und acht verletzt. Also müssen fast immer fünf Spieler aus der zweiten Mannschaft aushelfen, die eigentlich erst perspektivisch für höhere Aufgaben vorgesehen waren. Für die Verletzungsanfälligkeit wird in Spieler- und Trainerkreisen auch der knüppelharte Boden des Herbert Battenfeld Stadions verantwortlich gemacht, dessen Renovierung - eigentlich müsste ein solcher Rasenplatz alles zwei Jahre gelocht und gesandet werden - überfällig ist.

4. Kein Glück mit den Neuen: Vom Verletzungspech sind zu einem beträchtlichen Teil die Neuzugänge betroffen. Benedikt Jäckel etwa, der sich in der (kurzen) Vorbereitung als Sturmpartner von Leon Lindenthal (ebenfalls verletzt) empfahl, oder auch Patrick Herpe, an dessen Rückkehr große Hoffnungen geknüpft wurden. Dazu entpuppte sich Fatih Celiksoy als Missverständnis, der Neuzugang hat den FCS aus disziplinarischen Gründen bereits wieder verlassen.

5. Mangelnde Kompaktheit: Das, was die Mannschaft in der letzten Saison auszeichnete, konnte sie in dieser noch nicht wieder auf die Platte bringen. Ein außergewöhnlicher Zusammenhalt nämlich, der half, mittels Kampfgeist und enormer Laufbereitschaft Qualitätsnachteile gegenüber der Konkurrenz und personelle Engpässe wettzumachen. Den Kapitän Steven Preuß wohl am meisten verkörperte. Und genau der ist seit Wochen verletzt und fehlt seiner Mannschaft wie kein anderer. Fazit: Es läuft nicht beim FCS, doch unter den aktuellen Bedingungen war auch kein Fabelstart zu erwarten. Also ist Geduld gefragt. Geduld mit den Spielern, die derzeit konditionell hinterher hinken oder ihre Verletzungen erst richtig auskurieren müssen. Geduld mit den beiden neuen Trainern Harald Harald Hauer und Alexej Möller, die vor lauter Basisarbeit gar nicht dazu kommen, der Mannschaft ihren Stempel aufzudrücken. Es gilt, sich erstmal über die Runden zu retten, um dann, besser vorbereitet, noch mal anzugreifen. Natürlich kann es nicht schaden, sich bis dahin der Grundtugenden der letzten Saison zu erinnern. Foto: nh

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