Kaderplanung als Knackpunkt

Schock für Melsunger FV: Trainer Leck ist weg

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Geht eine Woche vor dem Saisonstart: Christian Leck hat als Trainer in Melsungen aufgehört. 

Paukenschlag beim Melsunger FV: Christian Leck ist eine Woche vor dem Saisonstart (So. 17 Uhr) gegen die TSG Sandershausen als Trainer des Fußball-Verbandsligisten zurückgetreten.

„Es tut mir für die Mannschaft unendlich leid, da war alles in Ordnung. Aber ich sehe keine Chance mehr auf eine Zusammenarbeit, weil ich bei einigen Entscheidungen übergangen wurde“, klagt Leck und vermisst Rückendeckung vom Vorstand. Dabei spielt für den 38-Jährigen weniger eine Rolle, dass er ohne Betreuer und Physiotherapeuten auskommen muss.

Vielmehr gibt es aus seiner Sicht unüberbrückbare Differenzen bei der Kaderplanung. Etwa soll dem talentierten und trainingsfleißigen Torwart Luca Graf (kam aus Baunatal) ein Stammplatz versprochen worden sein. Leck hatte für den Jungsspund jedoch einen Zweikampf mit Routinier Sascha Beetz geplant. Mit anderen potenziellen Kandidaten sei gesprochen worden, obwohl Leck mitunter qualitativ keine Verbesserung im Vergleich zu den „Aufstiegshelden“ sah und diese maximal perspektivisch über die zweite Mannschaft heranführen wollte. Zugespitzt habe sich die Lage dann, als die Kaderlisten erstellt wurden und Talente bei der „Ersten“ aufgeführt worden waren, die bei Leck (noch) keine Chance haben.

Der Meistertrainer suchte deshalb am vergangenen Dienstag das Gespräch mit dem Vorstand, um die Kompetenzen abzustecken. Als er dann von einem möglichen Transfer von Marvin Urban (Hessen Kassel II) erfuhr, legte er sein Veto ein, „weil wir bereits acht Verteidiger für vier Plätze haben“. Dennoch wurde Urban gestern als Neuzugang vermeldet, weswegen Christian Leck die Reißleine zog. Tief enttäuscht nach anderthalb Jahren Tätigkeit, in denen er den MFV erst in der Gruppenliga hielt, dann zur Hallenmeisterschaft (mit Torwart-Trainer Hans Müller) und dem nicht geplanten Aufstieg führte.

„Das ist ein Schock. Offensichtlich sind seine Interessen andere als die, die wir als Verein verfolgen“, sagt der Sportliche Leiter Carsten Fröhlich, während der Vorsitzende Nils Weigand diese Entscheidung „erst einmal sacken lassen wollte“, Leck aber dennoch für seine Arbeit dankte. Für Montag war ohnehin eine Vorstandssitzung anberaumt. Den nun wichtigsten Themenpunkt hätten sich die Bartenwetzer gern erspart.

Gudensberg gewinnt eigenes Turnier

Der letzte Arbeitseinsatz für Leck war das Turnier bei der FSG Gudensberg. Dabei verlor der MFV mit 0:3 gegen den SSV Sand und sicherte sich den dritten Platz durch ein 3:2 nach Elfmeterschießen gegen den nordrhein-westfälischen Bezirksligisten BC Eslohe, der kurzfristig für Türkgücü Kassel eingesprungen war.

Gegen Eslohe hatte Gastgeber FSG mit 7:6 nach Elfmeterschießen und zuvor Toren von Philipp Wissemann und Carlos Rohmann gewonnen. Das Team von Trainer André Fröhlich zeigte als Folge eines fünftägigen Trainingslagers in Österreich eine starke Frühform und gewann anschließend mit 3:1 (Tore: Till Dünzebach, Tom Siebert, Matthias Tropmann) gegen Verbandsligist Sand.

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