Verbandsliga: Güven trainiert beide Seniorenteams – Pech beim 0:1 in Johannesberg

Schwab schmeißt hin

Hat seinen Rücktritt als Trainer erklärt: Marco Schwab, der in Schwalmstadt nur noch bei den Alten Herren spielt. Foto: Kasiewicz

Ziegenhain. Nach nur 15 Spielen ist die Zeit von Marco Schwab als Trainer des 1. FC Schwalmstadt beendet. Der 31-Jährige trat vor der 0:1 (0:1)-Niederlage bei der SG Johannesberg zurück. Dadurch schwebt der FCS als Tabellenzwölfter nach Ende der Hinrunde in akuter Abstiegsgefahr. Bis zur Winterpause fungiert Atilla Güven als Coach von erster und zweiter Mannschaft.

Der Rücktritt

Für Schwab war seine Entscheidung eine mit Anlauf und nach reiflicher Überlegung. „Nachdem im Sommer alles so gut zusammengepasst hatte, ist zuletzt leider einiges gebröckelt. Das konnte ich so nicht akzeptieren“, sagte Schwab, der keine konkreten Gründe für seinen Rücktritt nennen wollte. Seinem Heimatverein bleibt er als Spieler der Alten Herren treu.

Mit seinem Rücktritt könnte er einem möglichen Rauswurf im Winter zuvorgekommen sein. Zwar besaß er durch den souveränen Aufstieg im Sommer mit der Reserve viel Kredit beim Vorstand, jedoch ist die Tatsache, dass in der vergangenen Woche Alparslan Güven, der Bruder von Atilla, zwei Taktikeinheiten leitete, ein Hinweis darauf, dass es intern Zweifel an der Verbandsliga-Tauglichkeit des jungen Trainers gab. Mehrere Leistungsträger und hoffnungsvolle Talente fühlten sich in den Einheiten zudem nicht hundertprozentig gefordert und mit Blick auf die jeweiligen Gegner taktisch nicht richtig eingestellt.

Die Interimslösung

Atilla Güven leitete bereits am Montagabend spontan das Abschlusstraining, nachdem Schwab dem Vorstand seine Entscheidung persönlich und der Mannschaft via WhatsApp mitgeteilt hatte. „Da sich zum Glück keine Termine überschneiden, helfe ich dem Verein nun gerne“, sagt der 34-Jährige, der am gestrigen Mittwoch das Gruppenliga-Team gegen den KSV Baunatal U 23 (nach Druckbeginn dieser Seite beendet) betreute. Güven lobt ausdrücklich die Arbeit seines Vorgängers und hat dessen Tätigkeit bei der Reserve bereits glänzend fortgesetzt. Nach vier Niederlagen zum Start holte der FCS II aus den folgenden zehn Partien 23 Punkte in der Gruppenliga. Der Treysaer, der in Lauterbach Sport und Deutsch am Gymnasium unterrichtet, gilt als taktisch versiert.

Das Spiel

Güven hatte sich mit Blick auf den spielstarken Spitzenreiter Johannesberg auf eine 3:5:2-Formation entschieden. Sein Vorteil: Da er zwei Jahre in Fulda lebte und damals zeitgleich mit Johannesbergs heutigem Co-Trainer Max Lesser beim JFV Viktoria Fulda Nachwuchstrainer war, kennt er die Spielweise der SG.

„Die Jungs haben das überragend gemacht und dem Tabellenführer ein Spiel auf Augenhöhe geliefert“, lobte Güven. Chancen aus dem Spiel habe sein Team nicht zugelassen. Nur einmal war Schwalmstadt Torwart Heinrich Fischer bei seiner Premiere machtlos, als Alin Cotan mit einem herrlichen Freistoß aus 20 Metern das Goldene Tor gelang (32.). Auf der Gegenseite waren Ricardo Seck (2.), Andre Karl (12.) und wiederum Rechtsaußen Seck (57.) dicht dran an einem Treffer. Genauer zielen sollten sie am Sonntag (14.30 Uhr), wenn es zum Kellerduell mit dem SV Neuhof kommt. • FCS: Fischer - Schuch, F. Seck, März - R. Seck, Kutzner, Herpe (79. Brandner), Liebermann (71. Trümner), Da. Petersohn - Karl (53. Mitchell), Lindenthal. Foto: Kasiewicz/nh

Von Sebastian Schmidt

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