Verbandsliga-Derby: Meier soll Preuß bei Schwalmstadt vertreten – Beetz und Kilian sind angeschlagen

Schweigert bangt um Liebermann

Könnten sich wieder gegenüberstehen: Schwalmstadts angeschlagener Rechtsverteidiger Peter Liebermann (links) und Melsungens Carlos Michel, hier in einer Szene aus dem Hinspiel. Foto: Hahn

Schwalmstadt/Melsungen. Der Vergleich der beiden ranghöchsten heimischen Fußball-Vereine lockt: Am Samstag (14.30 Uhr, Kunstrasenplatz Treysa) messen sich in der Verbandsliga der Tabellendritte 1. FC Schwalmstadt und der Zehntplatzierte Melsunger FV. Wir beleuchten fünf wesentliche Punkte im Vorfeld des Derbys.

1.Der Kunstrasen: Der Rasen könnte zu einem Faktor werden. Beide Teams sind technisch gut mit schnellen Leuten. Ein Torfestival ist wahrscheinlicher als ein 0:0. Den Heimvorteil möchte FCS-Coach Hans Schweigert aber nicht so hoch hängen: „Wir trainieren dafür zu selten auf Kunstrasen.“

Gar keine Einheiten können die Gäste auf dem unnatürlichen Grund vorweisen, gelten dafür aber als Freunde des gepflegten Kurzpassspiels. „Wir versuchen seit längerem mehr über Flachpässe zu spielen, der Platz sollte uns entgegenkommen. Ob es ein Vorteil ist, mag ich nicht sagen“, erklärt MFV-Coach Sascha Beetz.

2.Der Saisonverlauf: Ist bei beiden Teams von einem Auf und Ab geprägt, was wenig verwunderlich ist. Denn beide Kader sind für Verbandsligaverhältnisse knapp kalkuliert. Der FCS holte aus dieser Serie das Maximum heraus, einen dritten Platz nach der Hinrunde hätte dem Hessenliga-Absteiger selbst eingefleischte Fans kaum zugetraut.

Melsungen startete mit zwei Niederlagen schlecht. Ausgerechnet nach dem 0:3 im Hinspiel ging ein Ruck durch das Team. Acht von elf Spielen gewann der MFV danach, dabei sechs Heimsiege in Serie - Vereinsrekord. „Wir haben gezeigt, dass wir es besser können“, sagt Beetz mit Blick auf zuletzt nur einen Punkt aus drei Begegnungen.

3.Das Personal: Das wird es beim Gastgeber problematisch. Definitiv ausfallen werden Steven Preuß und Leon Lindenthal. Hinter Rechtsverteidiger Peter Liebermann (Oberschenkelzerrung) steht ein dickes Fragezeichen. Mirko Rieck könnte in die Anfangsformation rücken. Ebenso wie der zuletzt gesperrte Andre Meier, der in dieser Woche voll mittrainieren konnte. Für Kevin Kutzner kommt ein Einsatz in der Startelf noch zu früh, er wird aber sicherlich als Joker zum Einsatz kommen.

Melsungen hat bis auf die Langzeitverletzten Kevin Hermansa und Christoph Grunewald alle Mann an Bord. Zwei Leistungsträger sind aber fraglich. Spielertrainer Beetz hat bei 0:3-Niederlage gegen Kassel II einen Schlag abbekommen, hat einen Bluterguss am Fuß. Sollte er passen müssen, stünde Tobias Ebert bereit. Torjäger Mario Kilian hat im Training einen Pferdekuss kassiert. An seiner Stelle oder neben ihm könnten Nick Krug, der Ex-Schwalmstädter Tobias Frommann und Carlos Michel stürmen.

4.Die Taktik: Wird sich nicht großartig bei den Schwälmern ändern. „Wir werden wieder eine offensive Aufstellung wählen“, verrät Schweigert. In der Spitze mit Stürmer Serkan Erdem, dahinter mit dem torgefährlichen Dreigestirn Jan Henrik Wolf, Sefa Cetinkaya und Ricardo Seck. Was fehlt ist das Bindeglied Steven Preuß, in dessen Rolle Andre Meier schlüpfen soll.

Der MFV bevorzugt eine 4:4:2-Variante mit einer flachen Raute im Mittelfeld, ist aber flexibel. Sascha Beetz findet die Anordnung aber zweitrangig: „Das System ist egal, wichtig ist die Einstellung“. Und die hat dem Coach zuletzt nicht wie sonst gefallen.

5.Die Perspektive: Der FCS muss im letzten Spiel des Jahres bei der schwer einzuschätzenden Regionalligareserve KSV Hessen Kassel antreten. „Es wäre schön, wenn nach Winterpause der Relegationsplatz zumindest noch in Reichweite ist“, so Schweigert.

Ein einstelliger Platz soll’s für die Bartenwetzer am Ende werden. Obwohl Sascha Beetz neben dem Derby weitere „knackige Spiele“ in der Rückrunde sieht, setzt er seinem Team ein zweites Ziel. 70 Tore hätte der Torwart gern von seinen Vorderleuten. Zur Halbzeit haben sie deren 38 erzielt.

Von Daniel Schneider und Sebastian Schmidt

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