Sippel im Stil eines Torjägers

Torwart rettet Baunataler Reserve per Volleyschuss einen Punkt

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Geschafft: Kim Sippel, der sonst als Schlussmann eher Tore verhindert, rettete dem KSV Baunatal II mit einem Tor gegen Bad Hersfeld zum 3:3-Unentschieden einen Punkt.

Kassel. Für gegnerische Torhüter interessiert sich normalerweise keine Abwehr. Normalerweise. Für Kim Sippel könnte sich dies am Sonntag geändert haben:

Denn mit seinem satten Volleyschuss zum 3:3-Ausgleich gegen den SVA Bad Hersfeld sorgte der Schlussmann von Fußball-Verbandsligist KSV Baunatal II in der Nachspielzeit für erhebliches Aufsehen.

„Na ja, wenn es dafür noch Spezialisten gibt, bekomme ich demnächst bestimmt einen auf den Fuß gestellt“, antwortet Kim Sippel leicht amüsiert auf die Frage, ob ihn die Gegner von nun in Sonderbewachung nehmen.

Wie aber erlebte Sippel, der für die Baunataler bereits in Regional- und Oberliga das Tor hütete, die Situation? „Schon bei ähnlichen Szenen zuvor war die Position am zweiten Pfosten nicht besetzt“, berichtet er. Als sich dann Antonio Bravo Sanchez anschickte, eine Ecke hereinzubringen, sah der gebürtige Fürstenhagener seine Chance gekommen: „Ich hatte das Gefühl, es könnte was werden und wollte einfach mein Glück versuchen.“

Sippel stürmte nach vorn, erteilte seinem Teamkameraden Marvin Diehl im Vorbeilaufen den Auftrag, hinten an seiner Stelle abzusichern, und postierte sich nahe dem besagten langen Pfosten. Der Ball kam, der Torhüter nahm ihn aus wenigen Metern volley, und sein Gegenüber Witold Sabela hatte keine Chance.

Sippel, der Sportmanagement studiert und die B-Lizenz für Trainer erwirbt, betrat beim Ausflug weit über den Sechzehner hinaus kein Neuland. Sowohl als Jugendlicher als auch im Seniorenbereich kam er auch als Feldspieler zum Einsatz. „Ich habe vom Innenverteidiger bis zum Stürmer schon alles gespielt“, verweist der 26-Jährige auf seine fußballerische Vielseitigkeit. Auch sein Trainer Bernd Bilsing schätzt diese Eigenschaft des Schlussmannes. „Er bezeichnet mich daher manchmal als sein Schweizer Taschenmesser“, sagt Sippel. Ein Tor als Schlussmann war ihm bisher noch nicht geglückt. Aber es machte Lust auf mehr. Als es nach dem 3:3 zu einer weiteren Ecke für den KSV kam, überlegte er, wieder nach vorn zu kommen. Aber dann gab er sich mit dem Unentschieden zufrieden. Dass sein Treffer wohl kaum wie der seines Augsburger Kollegen Marvin Hitz gegen Leverkusen zum Tor des Monats gewählt wird, lässt ihn kalt. Der späte Punktgewinn reicht als Belohnung.

Von Wolfgang Bauscher

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