Verbandsliga: Keim-Elf lässt beim 1:3 einige Chancen liegen - Herpe-Elfer zu wenig

Bad Soden trifft, FCS nicht

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Abgelaufen: FCS-Torschütze Patrick Herpe bleibt in dieser Szene am Bad Sodener Kevin Paulowitsch (l.) hängen.

treysa. Manchmal reicht ein Satz, um den Ausgang eines Fußballspiels zu erklären. „Die nutzen ihre Möglichkeiten, wir nicht“, meinte Christoph Keim, Trainer des 1. FC Schwalmstadt nach der 1:3 (1:1)-Niederlage des heimischen Verbandsligisten gegen die SG Bad Soden.

Eine grobe, aber durchaus legitime Vereinfachung angesichts eines Spiels auf Augenhöhe und angesichts eines ausgeglichenen Chancenverhältnisses.

„Uns fehlte vor dem Tor die Kaltschnäuzigkeit“, wusste daher Patrick Herpe um das folgenschwere Manko. Zumindest der Angreifer hatte einen „abgezockten“ Moment, als er in der 13. Minute einen Handelfmeter zum 1:1 verwandelte. Ausgleichende Gerechtigkeit für einen ebenso umstrittenen Strafstoß 120 Sekunden zuvor, bei dem Tim Mulfinger FCS-Schlussmann Mario Wörmann keine Chance gelassen hatte.

Die Ouvertüre für einen „ordentlichen“ (Keim) Schwälmer Auftritt in der ersten Hälfte. Die neuformierte Dreierkette stand sicher und das numerische Übergewicht im Mittelfeld spiegelte sich zunächst auch in Spielanteilen wider. Und in Chancen. Die größte vergab Ricardo Seck, als er mit einem unwiderstehlichen Spurt mit Ball seine Gegenspieler abschüttelte, dann aber freistehend an Garcia A. Gonzalez scheiterte (14.). Bad Soden erwachte spät, aber mit einem Paukenschlag: Mit einem feinen 20m-Schlenzer traf Jaron Krapf nur die Latte (25.). Ein Chancen-Patt, das schließlich in eine gegenseitige Neutralisierung der Rivalen mündete.

Also war nach dem Wechsel die spannende taktische Frage, ob der abstiegsbedrohte FCS alles auf eine Karte setzen würde. Tat er nicht, auch weil die SG das nicht zuließ. Die übernahm nach Wiederanpfiff das Kommando - und wurde prompt belohnt: Der per Kopfballverlängerung auf die Reise geschickte Lukas Ehlert ließ sich nicht lumpen und traf per Volleyschuss aus 20 Metern in den Winkel (57.). „In dieser Phase haben wir den Faden verloren und waren im Zentrum zu offen“, ärgerte sich der Schwalmstädter Coach.

Was nichts daran änderte, dass Leon Lindenthal (65., 68.) und Jakob Gerstung (70.) noch hochkarätige Chancen zum Ausgleich hatten. Noch symptomatischer für die Verzagtheit vor dem gegnerischen Tor war die Doppelmöglichkeit in der 87. Minute: Erst scheiterte der eingewechselte Brian Mitchell völlig freistehend am SG-Torwart, dann im Nachschuss Ricardo Seck. Allzusehr fiel das nicht mehr ins Gewicht, denn Tim Mulfinger hatte zuvor seine zweite Torchance bei einem Konter ebenfalls genutzt (81.). Und damit schmerzlich den kleinen, aber spielentscheidenden Unterschied zweier gleichwertiger Teams offenbart. • FCS: Wörmann - Luther, Trümner, F. Seck - März (58. Dietz), Gerstung, Preuß, R. Seck - Herpe, Karl (75. Mitchell), Lindenthal. Bad Soden: Gonzalez - Paulowitsch, Harmancioglu (45. Moaremoglu), Blocher, Lofink - Boutakhrit, Scheller - Ehlert, Mulfinger (88. De Carvalho), Krapf (77. Jordan). Tore: 0:1 Mulfinger (11. HE), 1:1 Herpe (13. HE), 1:2 Ehlert (57.), 1: 3 Mulfinger (81.). SR: Heist (Kassel). Zuschauer: 300.

Von Ralf Ohm

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