Verbandsliga-Derby: Spiel ohne Glücksschuhe

OSC-Verteidiger Serhat Bingül trifft auf Ex-Klub Rothwesten

Die Schuhe sind fest geschnürt: Der Vellmarer Verteidiger Serhat Bingül trifft am Sonntag in der Fußball-Verbandsliga auf seinen Ex-Klub, den TSV Rothwesten. Foto: Malmus

Vellmar/Fuldatal. Serhat Bingül hatte seine alten Glückschuhe schon geputzt. Die Stollenschuhe, Marke Puma Kings, hätte er eigentlich schon vor sechs Jahren wegwerfen müssen, sagt der Innenverteidiger des OSC Vellmar II.

Doch das macht man mit Aufstiegsschuhen nicht so einfach. Schließlich hatte er das Paar auch im entscheidenden Relegationsspiel für Rothwesten gegen Eichenzell (3:1) getragen. Nun kehrt der 25-Jährige am 17. Spieltag der Fußball-Verbandsliga mit der OSC-Reserve zurück ins Bergstadion, wo er vier Jahre für den TSV die Schuhe schnürte (Sonntag, 14.45 Uhr).

„Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich an die Zeit in Rothwesten denke“, sagt Bingül im Gespräch. „Das waren bisher meine vier schönsten Jahre als Fußballer.“ Nach seinem Wechsel nach Vellmar zu Saisonbeginn lief es dagegen für 1,83 Meter großen Defensivspieler hingegen nicht ganz so zufriedenstellend. Die Hessenliga-Reserve ist Letzter, befindet sich nach einem personellen Aderlass in ihrer schwersten Saison seit dem Aufstieg 2011. Und dennoch: Im Hinspiel überraschte der OSC mit dem 3:1 gegen die Fuldataler. Bis zum letzten Sonntag (2:0 in Dörnberg) blieb es lange Zeit der einzige Saisonsieg.

„Das Bergstadion ist mein zweites Zuhause. Es ist von Vorteil für uns, dass ich dabei bin“, sagt der Bingül. „Ich kenne die Stärken und Schwächen der Rothwestener.“ Als Schwachpunkt bei den Fuldatalern macht er deren Außenverteidiger aus. „Sie sind nach vorn stark, aber zu der Arbeit nach hinten muss man sie zwingen. Da müssen wir unser schnelles Umschaltspiel in die Waagschale werfen.“

Bingül hat als Knirps beim VfL Kassel angefangen, später für den KSV Hessen Kassel II (noch mit Mirko Dickhaut auf dem Platz), den FSC Lohfelden und den KSV Baunatal 28 Hessenliga-Partien bestritten, aber wohl am meisten hat er Rothwesten zu verdanken. Ex-Trainer Horst Schmidt hatte den impulsiven Innenverteidiger zu seinem Amtsantritt geholt. Schmidt: „Mit ihm war es möglich, die Viererkette in Rothwesten einzuführen.“ Der Klub besorgte ihm über Rene Bartsch eine Ausbildung. Bei Herkules Hebetechnik arbeitet Bingül noch heute.

„Das ist auch eine Kopfsache“, sagt Bingül noch einmal bezugnehmend auf seine Glücksschuhe, die am Sonntag allerdings nicht zum Einsatz kommen, weil sie sich in der verschlossenen Wohnung eines verreisten Cousins befinden. „Ich bin Innenverteidiger, und wenn ein Innenverteidiger ausrutscht, wird es meistens gleich gefährlich.“ Ein neues Paar Nike-Stollenschuhe hat sich der 25-Jährige auch schon gekauft, und sollte es mit dem zweiten Vellmarer Coup gegen Rothwesten klappen, wird via Facebook und WhatsApp wieder über Bingüls Treter diskutiert werden.

Von Sebastian Reichert

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.