Verbandsliga: Meier läuft morgen in Kassel zum letzten Mal für Schwalmstadt auf

150 Spiele machen ihn stolz

Ging in Schwalmstadt immer voran: André Meier (links), hier beim Jubel nach seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 im Relegationsspiel 2013 gegen den FC Ederbergland (Endstand 2:2) . Hinter ihm zu sehen sind Kevin Kutzner und Timo Brauroth (rechts). Foto: Hahn

Ziegenhain. Beim Derby vor einer Woche gegen den Melsunger FV waren sie alle da: Marco März, Christof Baum, Christoph Keim und Hans Schweigert. Vier Trainer, unten denen André Meier Leistungsträger beim 1. FC Schwalmstadt war. Auch die Familie aus Alheim-Sterkelshausen und Freunde kamen, um den 25-Jährigen in seinem letzten Heimspiel vor dem Umzug nach München würdig zu verabschieden. „Das war beeindruckend und vom Herzen her mein Abschluss. Kassel wird jetzt ein Bonus“, sagt Meier mit Blick auf die Partie der Fußball-Verbandsliga am Sonntag (16 Uhr, Kunstrasenplatz) beim KSV Hessen II.

Das 0:0 gegen den MFV war zudem der 150. Punktspieleinsatz (Hessen- und Verbandsliga) in der ersten Mannschaft für den „Aggressive-Leader“, der damit seit 2009 auf so viele Partien kommt wie kein Zweiter. „Auch wenn Statistiken für mich mehr eine Randgeschichte sind, macht mich das stolz. Das unterstreicht meinen Charakter“, findet der bodenständige Fußballer, der einst bei den Bambini des SV Rotenburg bei seinem Vater Robert das kicken lernte.

Einer, für den der Verein eine zweite Familie war. Da passt es ins Bild, dass er den nächsten Schritt in seinem Leben mit seiner Freundin Nina Brauroth wagt, der Schwester vom langjährigen Mitspieler Timo. Seine Liebste hat einen Job in der bayrischen Metropole gefunden, er bringt nach einem Praktikum beim DFB in Frankfurt sein Studium der Sportwissenschaften zum Abschluss. Thema der Bachelorarbeit: Die Nationsleague, dem ab 2018 geplanten Turnier zwischen Nationalmannschaften im Rundenmodus.

„André ist mit Leib und Seele Fußballer. Er kann ein Team mitreißen und ist für uns ein herber Verlust.“

Hans Schweigert

Seine berufliche Perspektive ist’s, die ihn weg aus der Heimat lotst. Bereits 2013 hatte er einen ersten Abstecher nach München gewagt, hat anschließend mit viel Aufwand als Student in Mannheim seinen Schwalmstädtern die Stange gehalten. „André ist mit Leib und Seele Fußballer. Er kann ein Team mitreißen und ist für uns ein herber Verlust“, erklärt Hans Schweigert.

Ob er für einen anderen Verein ein Gewinn ist, ist offen. Meier, dessen Schwester Sarah Physiotherapeutin bei den Zweitliga-Handballern in Hagen ist, wird erstmal pausieren, „weil es schwer wird, in München einen so gescheiten Klub zu finden.“ Schon in der B-Jugend reifte der Mittelfeldspieler beim FCS, kehrte nach zwei Jahren in Baunatal zurück und lotste Spezi Peter Liebermann in die Schwalm.

„Ich wollte nie woanders spielen, habe in Schwalmstadt so viele überragende Typen kennenlernen dürfen, von denen ich viel gelernt habe“, macht der passionierte Tennisspieler und Skifahrer deutlich. Und hat umgekehrt etlichen Talenten als Vorbild gedient, weil er schon 2009 als 19-Jähriger die positive Körpersprache hatte, die andere noch nicht mit 25 haben.

Von Sebastian Schmidt

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