Verbandsliga: MFV übersteht beim 0:0 druckvolle Willinger Schlussphase

„Gewonnener Punkt“

Engagiert, aber ohne Durchschlagskraft: MFV-Angreifer Tobias Frommann (l.), der hier die Willinger Matthias Bott (Mitte) und Tobias Schumann stehen lässt. Foto: Hahn

Melsungen. Ein Remis im Fußball wird häufig kontrovers diskutiert. Diesmal nicht. Der eine, Melsungens Trainer Hubert Schramowski, sprach nach dem 0:0 gegen den SC Willingen von einem „gewonnenen Punkt“, sein Kollege Uwe Schäfer folgerichtig von „zwei verlorenen“. Und beide hatten nach einem umkämpften Verbandsliga-Duell gute Argumente für ihre Beurteilung.

Dem Spielverlauf und der Zahl der Torchancen nach hatte der Gast beim abstiegsbedrohten MFV zumindest in der zweiten Halbzeit ein deutliches Übergewicht. „Wir hätten mehr aus unserer Überlegenheit machen müssen“, trauerte der Coach der Upländer insbesondere den Möglichkeiten der Schlussphase nach. Als Florian Heine aus dem Gewühl im Strafraum heraus erst an Torwart Beetz scheiterte (74.) und kurz darauf aus 18 Metern die Latte traf (83.). Als Max Ullbrich seinen Kopfball völlig freistehend übers Tor setzte (78.) und Matthias Bott aus vollem Lauf zu hoch zielte (81.).

Da wackelte die MFV-Abwehr, aber sie fiel nicht. Weil die Gastgeber trotz nachlassender Kräfte bis zum Schluss kämpften, was wiederum ihr Trainer positiv fand: „Von der Einstellung her war dieses Remis ein Schritt nach vorn.“

Spielerisch weniger, obwohl seine Mannschaft lange Zeit auf Augenhöhe agierte. Dank viel Laufarbeit gegen den Ball, dank taktischer Disziplin, die dem Tabellenvierten gar nicht schmeckte. Allerdings: Im Spielaufbau fehlten die Ideen, die Präzision, die Automatismen, um die beste Abwehr der Liga mal in Verlegenheit zu bringen.

Das gelang in der ersten Hälfte nur Carlos Michel. Nach der ersten gelungen Kombination über Mario Kilian und Bors Bajic, als der Torjäger aus 12 Metern knapp vorbei schoss (20.). Und per Einzelaktion im Strafraum kurz vor der Pause, als Torwart Yannick Wilke jedoch die kurze Ecke zumachte. Willingen war mit zwei, drei Pässen wesentlich schneller vor dem gegnerischen Tor, das aber nur bei einem abgeblockten Plonka-Schuss in Gefahr geriet (13.).

Nach dem Wechsel erhöhte der SCW das Tempo, hatte durch Patrick Plonka, der frei vor Sascha Beetz auftauchte, die bis dahin größte Chance zur Führung (46.), doch Melsungen konnte sich noch mal befreien. Aber eben keine eigenen Akzente setzen, weil kaum ein Pass in der Spitze ankam. „Wir haben viel zu umständlich agiert“, kritisierte Christoph Grunewald sich selbst und seine kreativen Nebenleute. Immerhin: Das blieb unbestraft, was ebenfalls für einen gewonnenen Melsunger Punkt spricht. • Melsungen: Beetz - A. Schmidt, Dobler Eggers, Hermansa, Raabe - Grunewald, Kilian (80. H. Schmidt) - Demircan (62. Lange), Bajic, Frommann - Michel (54. Krug). Willingen: Wilke - Emde (44. Albers), Wilke, St. Butterweck, Schumann - Feistner, Bott, Heine, Vogel (71. D. Butterweck) - Ullbrich, Plonka. SR: Loschke (Kassel).

Von Ralf Ohm

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