Neuer Trainer des Verbandsligisten KSV Baunatal braucht vor allem neue Spieler

Der Umbruch ist eingeleitet

Wieder gestrauchelt: Wie in den meisten ihrer Begegnungen ging die Reserve des KSV Baunatal, hier mit Melih Bingül (links) gegen Tobias Frommann, auch im September gegen den Melsunger FV leer aus. Archivfoto: Hedler

Baunatal. Die Lage ist prekär. Einen Sieg fuhr der KSV Baunatal II in der Fußball-Verbandsliga noch nicht ein, neben vier Unentschieden stehen 13 Niederlagen zu Buche. Die Konsequenz: Mit 18 Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz ist die Hessenliga-Reserve Letzter. Am Sonntag beim 0:6 in Steinbach trat der KSV nur zu zehnt an. Trainer Feras Avakhti trat danach zurück, für ihn übernimmt Mikaeil Shikh Shihni. Warum aber läuft es so schlecht? Wir beleuchten die Probleme in Baunatal.

• Die Ausgangsposition: Auch in der vorigen Serie stand der KSV vor dem Abstieg. Erst am letzten Spieltag rettete sich das Team von Trainer Bernd Bilsing mit einem 4:0-Sieg über Willingen. Damalige Schwierigkeiten sollten in der laufenden Saison nicht wieder auftauchen, zumal die Personaldecke nach dem Einstieg von Sponsor Gerhard Klapp groß genug erschien.

• Frühes Dilemma: Die Zuversicht hielt nicht lange vor. Schon beim Saisonauftakt, ebenfalls gegen Steinbach, standen nur zehn Spieler zur Verfügung. Tobias Nebe, Trainer der Ersten, sprang ein und komplettierte die Elf. Einige Akteure hatten den KSV bereits – zum Teil schnell wieder – verlassen, viele weitere folgten. Zudem bescherten Verletzungen und Sperren nach vier Roten sowie fünf Gelb-Roten Karten den Baunatalern erhebliche Personalnot. Bernd Bilsing gab sein Amt auf, für ihn kam schließlich Feras Avakhti.

• Die Abgänge: Sefa Cetinkaya (nach Schwalmstadt) und Kim Sung-Woo (Korea) sollten aus dem Kader der Ersten zur Reserve stoßen und gingen deshalb. Andere Spieler, auch solche des Hessenliga-Kaders, aus dem die Zweite daher nicht wie erhofft schöpfen konnte, folgten Klapp zum BC Sport. „Bernd Bilsing hatte sich auf zu viele Spieler verlassen, die nicht zu ihrem Wort standen. Vereinstreue gibt es heute nur noch bei vier von hundert Spielern“, merkt der Sportliche Leiter Willi Nebe dann auch bitter an.

• Die Perspektive: Mikaeil Shikh Shihni (29) arbeitete bis vor wenigen Monaten beim VfL Kassel. Gestern leitete er erstmals das Training und bringt einige neue Spieler mit. „Das Chaos war zuvor nicht zu beseitigen. Aber wir tun alles, um wieder erfolgreich zu sein“, betonte Willi Nebe. Den Klassenerhalt sieht er in weiter Ferne: „Zunächst retten wir uns in die Winterpause. Wenn wir in der nächsten Saison in der Gruppenliga spielen, wovon ich ausgehe, ist das nicht schlimm. Es geht darum, unseren Talenten, die es nicht sofort in die Erste schaffen, eine Heimat zu bieten.“ Archivfoto: privat/nh

Von Wolfgang Bauscher

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