Was war da denn los? Mengsberg kassiert beim 2:7 vier Treffer in nur neun Minuten

Vorführung vom Feinsten

Ein Lichtblick: Marcel Reitz (hier am Ball gegen Bad Sodens Richard Lairich) traf zum Endstand von 2:7 für erschreckend schwache Mengsberger. Foto: Hahn

Mengsberg. Sportwetten sind nicht unbedingt sein Ding, verriet Bad Sodens Coach Kelvin King. Gut so, denn: „Dieses Ergebnis hätte ich nicht getippt. Dass wir gewinnen aber auf jeden Fall“, sagte der 44-Jährige, dessen Elf sich in der Fußball-Verbandsliga mit 7:2 (4:0) beim TSV Mengsberg durchsetzte. Die ersten vier Treffer kassierten die Engelhainer innerhalb von nur neun Minuten.

Was war da denn los? „Es ist schon extrem bitter“, musste derweil Mengsbergs Sportlicher Leiter Martin Kubitschko nach der Klatsche erst einmal tief Luft holen. „Das war eine Vorführung vom Allerfeinsten.“ Lukas Ehlert (24.), Marco Di Maria (26., 28.) und Daniele Fiorentino (32.) hatten den Auswärtssieg in Rekordzeit möglich gemacht. Regelrecht überlaufen wurden die Hausherren. Das personell arg gebeutelte Team hatte kurzfristig auf den erkrankten Marcel Fischer verzichten müssen. Dafür gab Rückkehrer Johannes Rappold den Linksverteidiger – und sah so wie seine Kollegen häufig nur die Hacken der Sprudelkicker.

Vor der Pause war’s Einbahnstraßenfußball. Sehr zum Ärger von Co-Trainer Marko Treibert, der den verhinderten Mario Selzer vertrat. Seine Schützlinge kamen oft zu spät, agierten unsortiert und ließen jegliche Lauf- und Kampfbereitschaft vermissen. Chancen in den ersten 45 Minuten? Fehlanzeige! „Man hat gemerkt, dass wir die Ausfälle nicht kompensieren konnten. Im Vergleich zum Willingen-Spiel war es ein extremer Rückschritt. Da hat zumindest Einsatz und Willen gestimmt“, stellte Kubitschko ernüchtert fest.

Und wenn Torhüter Tobias Bechtel nicht noch viermal erstklassig in höchster Not pariert hätte, wäre der Rückstand zur Halbzeit noch höher gewesen. Treiberts Umstellungen und Einwechslungen von Gero Schuchardt, Andy Fydrych sowie Felix Gies taten dem Neuling gut. Aber auch, dass Bad Soden etwas die Zügel schleifen ließ. „Man ist nicht mehr so zielstrebig, bricht die Konter eher ab und arbeitet mit mehr Ballkontakten“, erklärte King den Leistungsabfall. Gleichwohl reichte das zu drei weiteren Toren durch Lars Jordan (64.), Christoph Neiter (71.) und Jannik Burgstaller (85.).

Mehr Gegentreffer hatte Mengsberg in der Verbandsliga nur in Weidenhausen (2:9 am 5. August 2011) und in Fulda (1:8 am 23. Mai 2015) kassiert. Neben Bechtel, der zwei weitere Großchancen vereitelte (70., 89.), sorgten Lukas Berneburg mit einem Schuss ins kurze Eck (74.) und der kämpferisch überzeugende Marcel Reitz im Nachsetzen (89.) dafür, dass es auch Lichtblicke bei der höchsten Heimniederlage seit Jahren war. • Mengsberg: Bechtel - Rappold (46. Fydrych), Rama, Hesse, Quehl - Dingel, Hett - Reitz, Hakaj (51. Gies), Yousef (37. Schuchardt) - Berneburg. Bad Soden: Soldevilla - Krapf, Römmich, Neiter, Demuth - Lairich (85. Bräuer), Ehlert, Scheller, Jordan (70. Burgstaller) - di Maria, Fiorentino (59. De Carvalho). SR: Werner (Zierenberg). Z: 120. Tore: 0:1 Ehlert (24.), 0:2, 0:3 di Maria (27., 28.), 0:4 Fiorentino (32.), 0:5 Jordan (64.), 0:6 Neiter (71.), 1:6 Berneburg (74.), 1:7 Burgstaller (85.), 2:7 Reitz (89.).

Von Marcello Di Cicco

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