Verbandsliga: MFV verspielt in letzten drei Minuten 3:1-Führung – Botts Ausgleich mit Schlusspfiff

Vorsprung zu lässig verteidigt

Der Torjäger nimmt Maß: In dieser Szene kommt Willingens Daniel Butterweck (l.) gegen Melsungens Mario Kilian zu spät. Der traf zweimal, doch seine Mannschaft gewann trotzdem nicht. Foto: Kasiewicz

Melsungen. Die Partie schien gelaufen. Nachdem der Melsunger FV 08 zwischenzeitlich heftigst gewackelt hatte und ausgerechnet inmitten der gegnerischen Drangperiode äußerst glücklich durch einen abgefälschten Michel-Schuss zur erneuten Führung gekommen war (75.). Und Mario Kilian bei einem Konter des heimischen Fußball-Verbandsligisten eiskalt nachlegte. 3:1 nach 88 Minuten, was sollte da noch passieren?

Die Antwort lieferte der SC Willingen, der, so sein Trainer Uwe Schäfer, „einfach nicht aufhörte.“ Und durch Christoph Keindl (89.) und Matthias Bott (90.+2) noch den Ausgleich zum 3:3 erzielten.

Was wiederum Schäfers Kollegen Sascha Beetz erzürnte. „Das durfte nie und nimmer passieren“, wetterte der MFV-Coach. Konnte das Unfassbare zwar beschreiben („Wir haben in der Schlussphase viel zu lässig verteidigt“), aber nicht erklären. Vielleicht hatte es ja damit zu tun, dass seine Mannschaft trotz vorteilhaften Spielverlaufs das Duell nie kontrollieren konnte. Es fehlte die Ruhe und Übersicht – nicht nur im dramatischen Finale.

Nach dem 1:0 (35.) etwa, mustergültig von Henrik Heinemann und Tobias Frommann herausgespielt sowie souverän von Torjäger Kilian vollendet, das den Gastgebern doch eigentlich in die Karten hätte spielen müssen. Tat es aber nicht.

Melsunger zu hektisch

Eher unbehelligt konnten die Upländer ihre abwartende Haltung aufgeben und hatten noch vor der Pause durch Matthias Trachte zwei Möglichkeiten zum Ausgleich (37., 39.). Der wurde ihnen dann auf dem Silbertablett serviert, als Alexander Raabe mit einer völlig verunglückten Rückgabe den eingewechselten Sebastian Kesper zum Toreschießen einlud (50.).

Danach agierten die Bartenwetzer noch hektischer, konfus im Spielaufbau und alles andere als sicher in der Defensive. Irgendwie lag die nächste Einladung in der Luft, bis Carlos Michel für Erleichterung sorgte. Die sich in den verrückten letzten Minuten zu Jubel steigerte, ehe sie in Melsunger Entsetzen umschlug.

Angesichts solch‘ emotionaler Achterbahnfahrt ging völlig unter, dass das Remis durchaus - für beide Teams - verdient war. Und dem MFV mehr nutzte als Willingen, weil er damit den abstiegsbedrohten Konkurrenten weiter auf Distanz hielt, auch wenn es zum möglichen Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt (noch) nicht reichte. Der soll nun im nächsten Heimspiel am Samstag gegen Eschwege (siehe oben) nachgeholt werden. Vermutlich noch mit etwas Wut im Bauch. • Melsungen: Nödel - Raabe, Ruppert, Wenderoth, Hermansa - Bajic, H. Schmidt - A. Schmidt (46. Michel), Kilian, Heinemann - Frommann (90. Haas). Willingen: Wilke - Feistner, Emde (60. Kodra), Albers, St. Butterweck - Trachte (79. Gutmann), Keindl, Schumann, bott - Plonka, D. Butteweck (46. Kesper). SR: Kliebe (Kassel). Tore: 1:0 Kilian (35.), 1:1 Kesper (50), 2:1 Michael (75.), 3:1 Kilian (88.), 3:2 Keindl (89.), 3:3 bott (90.+1).

Von Ralf Ohm

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