Lage beim 1. FC Schwalmstadt

Zu wankelmütig, zu schematisch und mit unscharfer Hierarchie

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Mit Licht und Schatten: Schwalmstadts Angreifer Leon Lindenthal , hier am Ball vor Eschweges Stephan Montag.

Lage: Ähnlich düster wie vor der Winterpause 2016, als gerade Christoph Keim die Trainerposition übernommen hatte.

Auch diesmal verbringen die Schwalmstädter, die in der Saison 2015/2016 noch ans Tor zur Hessenliga geklopft hatten, die Weihnachtszeit auf einem Abstiegsrang. Selbst wenn das rettende Ufer in Sichtweite ist, kommt erschwerend hinzu, dass es diesmal wohl fünf (statt drei) trifft, weil Steinbach und Vellmar in der Hessenliga zumindest etwas abgeschlagen sind. Saisonverlauf: Es fing recht vielversprechend an. Nach einer gelungenen Vorbereitung unter dem neuen Trainer Marco Schwab legte die Mannschaft eine Mini-Serie von fünf Spielen ohne Niederlage hin. Es folgten fünf Partien ohne Sieg und danach auf jeden Lichtblick gleich wieder mehrere Rückschläge.

Die große Chance auf eine zitterfreie Saison wurde nach dem 3:1-Erfolg beim KSV Hessen Kassel II verpasst, als es der FCS gegen Eschwege (2:2) nach einer 2:0-Führung versäumte, nachzulegen. Ein Knackpunkt, denn danach ging nur noch wenig. Unrühmlicher Höhepunkt: die 0:1-Heimniederlage gegen Schlusslicht Mengsberg. Ursachenforschung: Den (leichten) personellen Schnitt schien die Mannschaft – siehe ihr passabler Start – gut verarbeitet zu haben. Im weiteren Verlauf der Saison mangelte es ihr allerdings an Führungskräften, die das Ruder gerade in schwierigen Situationen in die Hand nahmen. Einer wie Abwehrchef Fabian Seck war weder im Mittelfeld noch im Angriff auszumachen.

Erfahrene Spieler wie Peter Liebermann stießen erst im Verlauf der Hinrunde zur Mannschaft, Kevin Kutzner war kurzzeitig suspendiert und Patrick Herpe nicht fit genug, Leon Lindenthal tauchte zu oft unter. Eher unscharf daher die Hierarchie im Team, das sich in Drucksituationen besonders wankelmütig zeigte. Umso ärgerlicher, als dass der FCS nur einmal (beim 1:5 in Lehnerz) wirklich chancenlos war und sonst immer, auch gegen Spitzenteams, mindestens auf Augenhöhe agierte. Auf dem Punktekonto spiegelte sich das indes nicht wieder. Aufgrund von taktischen Schwächen im bisweilen sehr schematischen Aufbauspiel und auch wegen fehlender Durchschlagskraft im Angriff.

Völlig hausgemacht: das Torwartproblem. Mario Wörmann ging im Streit, ohne dass für Ersatz auf dieser wichtigen Position gesorgt war. Steffen Völker sprang mit 39 Jahren ein und machte seine Sache nach einer Eingewöhnungsphase gar nicht schlecht. Perspektive: Schwalmstadt muss die Winterpause nutzen, um als Mannschaft zusammen zu rücken, um an den eigenen Schwächen besonders im taktischen Bereich zu arbeiten, um den von Schwab-Nachfolger gepredigten Ballbesitz-Fußball zu verinnerlichen und so gleich im ersten Spiel am 24. Februar gegen den RSV Petersberg sein durchaus Verbandsliga taugliches Potenzial abzurufen. Und das dann dauerhaft, denn nur so kann der Klassenerhalt (Platz 12) gelingen. Hilfreich bzw. notwendig wären auch punktuelle Verstärkungen insbesondere fürs zentrale Mittelfeld und die Torwartposition.

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