Verbandsliga: Derbysieger Schwalmstadt trotzt allen Widrigkeiten

Enttäuscht und ratlos: die Melsunger Timo Rudolph (l.) und Alexander Schmidt, die mit ihrer Mannschaft im Derby überraschend chancenlos waren. Fotos: Hahn

Melsungen. So ist das mit den Derbys. Ausgangsposition: offensichtlich nicht wichtig. Prognosen: Schall und Rauch.

Wie das 3:0 des 1. FC Schwalmstadt beim Melsunger FV 08, das zumindest als faustdicke Überraschung durchgeht. Umso mehr als das klare Ergebnis durchaus die Kräfteverhältnisse im Schwalm-Eder-Duell der Verbandsliga wiederspiegelte.

„Völlig verdient“, fand daher Timo Rudolph die Niederlage. Der Melsunger Spielertrainer, der aufgrund des kurzfristigen Ausfall von Hendrik Schmidt selbst in der Viererkette ran musste. Noch schwerer wog aber wohl das Fehlen von Tobias Frommann, Neuzugang vom Nachbarn, der sich im Abschlusstraining eine Leistenzerrung zugezogen hatte.

Auch die Schwälmer plagten Personalsorgen (ohne Jannis Lerch, Adonis Kaquri und André Meier), was ihren enormen Tatendrang aber nicht mindern konnte. „Wir waren fest entschlossen, dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken“, erklärte Kapitän Preuß das ehrgeizige Vorhaben.

Gesagt, getan. Mit einem Pressing, „gegen das wir nie eine spielerische Lösung gefunden haben“ (Rudolph). Mit einem 4:1:4:1-System, das die eigenen Geschwindigkeitsvorteile (Ricardo Seck, Leon Lindenthal) in der Offensive voll zur Geltung brachte. Mit Zweikampfstärke und Cleverness, die laut Außenverteidiger Peter Liebermann auch auf das Konto des Lehrjahres in der Hessenliga gehen, „denn irgendwas müssen wir ja aus dieser Saison mitgenommen haben.“. Und mit einer Entschlossenheit sowie Konsequenz, die ob der vorausgegangenen Turbulenzen, dem Rücktritt von Trainer Carlos Serrano nach Intervention der Mannschaft (wir berichteten), schon erstaunlich war. Nicht für Steven Preuß, der auf dem Feld die Rolle des Chefs übernahm. Denn: „Wir sind einfach ein richtig gutes Team.“

Eins, das eine Klasse höher ihr Fett abbekommen hat und das nun „die richtige Antwort darauf gibt.“ Zwei Spiele, zwei Siege - da kann Aufstiegsfavorit Sand (Mi. 19 Uhr Herbert Battenfeld Stadion) ruhig kommen. Einen neuen Trainer wird‘s bis dahin nicht geben. „Denn“, so der Sportliche Leiter Karlo Seck, „der Spielbetrieb wird in den nächsten zwei Wochen im Kollektiv weiter geführt.“

Zum „Kollektiv“ zählen Co-Trainer Kujitim Iberhysaj, der Mannschaftsrat und Seck selbst. Präsident Heinrich Gringel ist derzeit im Urlaub. Keine Dauerlösung, aber offensichtlich eine, die in der aktuellen Situation in der Lage ist, die nötigen Kräfte zu bündeln.

Genau das, was dem MFV im Nachbarduell nicht gelang. „Wir haben zu ängstlich agiert. Außerdem fehlte uns die nötige Kompaktheit“, monierte Spielmacher Christoph Grunewald. Als Kollektiv traten die Bartenwetzer eigentlich nur einmal auf: Als nach dem 0:1 durch Serkan Erdem fast alle Köpfe nach unten gingen, was ein echtes Aufbäumen gegen die drohende Niederlage so gut wie unmöglich machte. Foto: nh

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