Verbandsliga-Derby: FCS spielt ganz stark auf und lässt MFV beim 3:0 keine Chance

Wolf besorgt die Krönung

So ausgelassen feiert ein Derbysieger: Die Mannschaft des 1. FC Schwalmstadt bejubelt den souveränenen 3:0-Erfolg beim Melsunger FV 08. Foto: Hahn

melsungen. Sein Torjubel fiel zurückhaltend, aber vielsagend aus. „Das isses“, freute sich Jan Henrik Wolf in der 83. Minute. Und das war‘s in der Tat. Nicht nur der schönste der drei Schwalmstädter Treffer - ein elegantes Solo mi sicherem Abschluss - sondern auch die endgültige Entscheidung in einem einseitigen Derby der Fußball-Verbandsliga, welches der FCS mit 3:0 (0:0) beim Melsunger FV 08 gewann.

Die Frage lautete: Wie würde der Hessenliga-Absteiger auf den Rücktritt von Trainer Carlos Serrano (siehe unten) nach nur einem Spieltag reagieren? Die Antwort: Völlig unbeeindruckt von den kurios anmutenden, selbst herbei geführten Geschehnissen. „Da hat sich nichts geändert“, erklärte Kapitän Steven Preuß, der eine höchst offensive und zweikampfstarke Mannschaft anführte, die gleich mal das Kommando übernahm. Ihr Pressing behagte dem MFV überhaupt nicht, der sich, so Spielmacher Grunewald, „den Schneid abkaufen ließ.“

Die Folge: Eine klare Schwälmer Überlegenheit, die aber (noch) nichts Zählbares einbrachte. Weil der gefährliche Serkan Erdem nach 13 Minuten nur den Innenpfosten traf und Wolfs Nachschuss von Philipp Ruppert von der Linie gekratzt wurde, weil Torwart Beetz zweimal gegen Jan Henrik Wolf zur Stelle war (33., 35.) und weil Fabian Seck nach einem Eckball etwas zu hoch zielte (36.).

Die Belohnung gab‘s erst nach 51 Minuten. Und dafür sorgte Erdem, der nach Wolfs Schussversuch - von Sascha Beetz abgewehrt - abstaubte. Melsungen versuchte zu antworten, doch bei Heinemanns Heber nach schönem Direktspiel mit Christoph Grunewald war Sacir Nikocevic auf dem Posten (51.).

Einer der letzten Aufbäumversuche der Gastgeber trotz Rupperts eindringlichem Appell („Wir müssen eine Schüppe drauf legen“), denn fortan war der FCS wieder am Drücker. Setzte entschlossen und spielfreudig nach, was Möglichkeiten für Kevin Kutzner (55., 20m-Flachschuss, den Beetz hält), Matthias Lutz (60. Volleyschuss) und Erdem (61. Kopfball) nach sich zog. Und dann eben auch das völlig verdiente 0:2 durch Fabian Seck (74.), der nach einer Wolf-Ecke zur Stelle war. Plus Wolfs Meisterwerk, das eine starke Schwalmstädter Vorstellung krönte.

An der die enttäuschten Melsunger durchaus zu knabbern hatten. „Diese klare Derbyniederlage sitzt tief“, bekannte Spielertrainer Timo Rudolph. Seine Mannschaft, die kurzfristig auf den Ex-Schwalmstädter Tobias Frommann (Leistenzerrung) verzichten musste, hatte sich in der Tat mehr ausgerechnet. Besonders nach den Turbulenzen beim Gegner, die diesem aber offensichtlich nichts anhaben konnten.

Von Ralf Ohm

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